FRANKFURT--Die Aktie der Deutschen Post ist am Freitag unter Druck geraten. Hintergrund sind Befürchtungen von Investoren, dass auf den Logistikkonzern im Zuge der Insolvenz des Versandhändlers Neckermann Belastungen in Millionenhöhe zukommen könnten. Die Post prüft zur Zeit mögliche Auswirkungen, Zahlen gibt es noch nicht.
Einem Zeitungsbericht zufolge könnte durch die Neckermann-Insolvenz die Jahresprognose in Gefahr geraten. Marktteilnehmer halten diese Befürchtungen jedoch für überzogen. Die Aktie verliert dennoch 1,3 Prozent und gehört zu den größeren Verlierern im DAX.
2005 hatte der Bonner Konzern die komplette Versandlogistik von der damaligen Muttergesellschaft KarstadtQuelle AG übernommen. Mit dem Insolvenzantrag des Frankfurter Traditionsunternehmens droht nun ein Großkunde der Post wegzufallen. Bereits 2009 stand die Post vor einem ähnlichen Problem: Damals ging die Neckermann-Schwesterfirma Quelle zusammen mit der Muttergesellschaft Arcandor pleite - und wurde abgewickelt. Dies führte bei der Post damals zu einer Ergebnisbelastung von 247 Millionen Euro.
Wie hoch der Schaden diesmal sein könnte, steht noch nicht fest. Noch läuft das Geschäft von Neckermann weiter. Das Handelsblatt schreibt, die Belastungen für die Post könnten an die 100-Millionen-Euro-Grenze heranreichen.
Die Post selbst hält sich bedeckt. Derzeit würde geprüft, ob und wenn ja welche Auswirkungen die Neckermann-Insolvenz auf die Post habe, sagte ein Sprecher des Konzerns. Details werde man zu gegebener Zeit nennen. Weiter wollte er sich zunächst nicht äußern.
Die Analysten von der DZ Bank rechnen nicht mit einer Senkung der Prognose. Die Spekulationen darüber nannten sie "überzogen". Die Deutsche Post hat sich für 2012 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro vorgenommen.
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July 20, 2012 06:52 ET (10:52 GMT)
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