Bewegen Sie den Markt?

Wer Wertpapiere kauft, bewegt unter Umständen mit seiner Transaktion den Markt. Wir messen den „Market Impact Cost“ standardmäßig für ETFs. Was hinter dieser Kennziffer steckt. 

In der vergangenen Woche haben wir uns die Kennziffer „Estimated Holding Costs“ angeschaut, die die Qualität eines Indexproduktes in einer Zahl zusammenfasst. Heute stellen wir den Datenpunkt „Market Impact Cost“ vor, der schätzt wie stark der Preis eines ETFs durch eine Transaktion beeinflusst wird.

Auf der einen Seite stehen die viel diskutierten Kosten eines ETF-Investments. Insbesondere die Management-Gebühren werden gerne zitiert. Wir haben bereits in mehreren Artikeln diese Thematik aufgegriffen und darauf verwiesen, dass niedrige Management-Gebühren nicht unbedingt eine überdurchschnittliche Rendite nach sich ziehen.

Vor allem bei größeren Transaktionen und/oder Transaktion in illiquiden Märkten sollte zudem beachtet werden, dass jede Transaktion den Preis des Wertpapieres beeinflusst. Sollte also eine große Order ins Handelssystem eingegeben und in Teil-Transaktionen  ausgeführt werden, kann es vorkommen, dass jede Transaktion zu einem unterschiedlichen Preis ausgeführt wird. Bei einer Kauf-Order wird demnach die zweite Tranche zu einem höheren Preis also die Erste durchgeführt und umgekehrt bei einer Verkauf-Order. Neben den Kosten ist also wichtig zu wissen, wie stark eine Transaktion den Preis – nach oben oder unten – beeinflusst. Hierzu berechnet Morningstar die Kennzahl Market-Impact-Cost.

Market Impact Cost

Die Kennzahl „Market Impact Cost“ misst zusammen mit der Geld-Brief-Spanne und dem Handelsvolumen, die Liquidität eines ETFs. Der Datenpunkt schätzt in Basispunkten, wie stark sich der ETF bei einer Order von $100,000 bewegt. Ein geringer Wert indiziert, dass der ETF liquider ist. Die tatsächliche Preisbewegung durch eine einzige Transaktion kann jedoch stark von den Schätzungen abweichen, da diese von den aktuellen Marktaktivitäten abhängt und daher kurzfristig variieren kann.

Der „Market Impact Cost“  für einen ETF berücksichtigt nicht nur die Geld-Brief-Spanne, sondern auch die Tiefe des Orderbuches, indem die Volatilität des Marktpreises relativ zum wahren Portfoliowert gemessen wird.

Investoren sollten also bei Ihrem Investment nicht nur auf die Haltekosten (Estimated Holding Costs) achten, sondern auch einen Blick auf die „Market Impact Cost“ werfen, um ein Gefühl für die Liquidität des Produktes zu bekommen. Aber auch hier kommt es auf den Anlagezeitraum an. Je länger dieser ist, desto wichtiger sollten die Haltekosten werden und je kürzer, desto entscheidender sind die „Market Impact Cost“.

 

 

Über den Autor

Gordon Rose, CIIA, CAIA,

Gordon Rose, CIIA, CAIA,  ist Fondsanalyst bei Morningstar.

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