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Die Optimisten: „Endlich QE!“

Kaum verwunderlich: Die meisten angelsächsischen Fondsmanager huldigen EZB-Chef Mario Draghi. Eine Übersicht.

Ali Masarwah 26.01.2015

Sandra Holdsworth, Fondsmanagerin bei der schottischen Fondsgesellschaft Kames Capital, bringt die Sicht der Optimisten auf den Punkt: „ECB, QE at last!“. Endlich bringt EZB-Präsident Mario Draghi das schwere Geschütz in Position. Holdsworth weiter: Die Eurozone profitiere auf breiter Front: Die Anleiherenditen blieben über alle Laufzeiten niedrig, Bond-Holder würden sich entweder in höher rentierlichen Obligationen engagieren und auch in der Realwirtschaft. Zudem flöße der EZB-Schritt dem Markt Zuversicht ein. Last but not least: Der Euro wird geschwächt, und die Exportwirtschaft bekommt einen Schub, so Sandra Holdsworth.

Auch wenn Aktien-Investoren eine expansive Reaktion der EZB erwartet und die Kurse bereits einiges eingepreist hatten, ist laut Alberto Chiandetti, Aktienfondsmanager bei Fidelity, noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, da die Anleiheaufkäufe auch langfristig eine positive Wirkung hätten. Chiandetti zufolge könnte das Kaufprogram nach dem EZB-Drehbuch funktionieren: „die Kreditvergabe wird stimuliert und damit das Wirtschaftswachstum unterstützt“.

Tim Stevenson, Fondsmanager des Henderson Horizon Pan European Equity Fund, sieht es nüchterner. „Vielleicht reicht die Ankündigung der quantitativen Lockerung aus, dass sich die Märkte nun wieder auf Tatsachen konzentrieren: Die europäischen Märkte sind im Vergleich mit den USA extrem billig. Die Ertragsperspektive europäischer Unternehmen sei attraktiv. Auch Stevenson hebt die positiven Folgen des fallenden Ölpreises für Verbraucher und die Vorteile des schwachen Euro für die europäischen Exporteure hervor.

Die Folgen sind klar: Anleger werden nach dieser Schule immer risikobereiter, weil sie nicht mit einer Verschärfung der Eurokrise rechnen. Wer in einer solchen Marktphase investiert, sollte sich aber breites Bild über die Argumente und Prognosen nach dem jüngsten Schritt der EZB verschaffen. Ariel Bezalel und Cédric de Fonclare von der britischen Gesellschaft Jupiter bringen es auf den Punkt: „Für risikoreiche Assets ist die Entscheidung positiv“. Kurzfristig würden auch in Euro denominierte Risiko-Assets begünstigt werden. Für Anleger, die bisher ihr Pulver trocken gehalten haben, wäre das eine gute Nachricht. Euro-Aktien und Peripheriebonds könnten also noch Chancen bieten – im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen allemal!

Nur wenige der Fondsmanager lassen sich freilich in die Karten blicken. Zu den wenigen zählt Mark Burgess, Chief Investment Officer der britischen Threadneedle Investments. In den Mischfonds der Gesellschaft sei die Aktienquote auf Kosten von Cash leicht erhöht worden. Burgess setzt auch weiterhin auf „Einkommen generierende Assets“ und hebt dabei vor allem britische Aktien hervor, die relativ hohe Dividenden bieten.

Oddo Asset Management hebt auf der Renten-Seite die langen Laufzeiten als Performance-Quelle hervor. Euro-Peripherie-Anleihen mit Laufzeiten von über 10 Jahren seien in den Rentenportfolios übergewichtet. „Zur Erinnerung: ein Renditerückgang von 50 Basispunkten bringt bei 30-jährigen Anleihen eine Performance von 10%“, so Nicolas Chaput, CEO von Oddo. Bei Unternehmensanleihen ziehe das französische Haus wegen ihrer Zinssensitivität hochqualitative Anleihen High Yields vor. Bei Aktien setze man auf europäische Banken und Immobilienfirmen sowie allgemein Euro-Exporteure.

Hier gelangen Sie zu den eher pessimistischen Einschätzungen.

 

Über den Autor Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.