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Drei Morningstar Fonds-Favoriten für globale Aktien

Wir stellen Ihnen drei global investierende Standardwertefonds vor, die über ein positives Morningstar Analyst Rating verfügen. 

Michael Haker 01.07.2015

Aktive und passive Fonds mit globalem Aktienexposure unterscheiden sie wie Tag und Nacht. Das geht aus unserem jüngsten Bericht über die Morningstar Kategorie „Aktien Standardwerte weltweit blend“ hervor (lesen Sie hier mehr). Wir haben die Unterschiede zwischen aktiven Fonds und der Standard-Benchmark MSCI World herausgearbeitet.

Doch weil die großen Durchschnitte die Frage nach guten Fondsideen unbeantwortet lassen (müssen), wollen wir Fondspickern, die auf der Suche nach Investment-Ideen sind, nicht im Regen stehen lassen. Wir wollen Ihnen nach dem Blick auf das große Ganze drei aktiv verwaltete Aktienfonds vorstellen, die zu den Favoriten unserer Fondsanalysten zähen. Sie weisen ein positives Morningstar Analyst Rating „Gold“, „Silver“ oder „Bronze“ auf. Mit diesen Ratings drücken unsere Analysten aus, dass sie den betreffenden Fonds künftig eine überdurchschnittliche risikoadjustierte Rendite zutrauen. Das unterscheidet das Morningstar Analyst Rating von unserem Morningstar Sterne-Rating (lesen Sie hier mehr). Übrigens haben wir die Fondsnamen mit den Fonds-Factsheets auf unserer Website verlinkt.

Dodge & Cox Worldwide Global Stock Fund

Einer von nur zwei mit „Gold“ bewerteten Fonds in der Morningstar Kategorie Aktien weltweit Standardwerte blend ist der Dodge & Cox Worldwide Global Stock Fund. Er ist eine exzellente Option für Anleger, die auf globale Aktien setzen wollen. Er hat einen relativ kurzen Track Record, der nur bis ins Jahr 2009 zurück reicht – insofern ist es ungewöhnlich, dass er das Morningstar Analyst Rating „Gold“ hat. Allerdings managt Dodge&Cox seit 2001 vergleichbare Fonds, die in den USA vertrieben werden.

Der Fonds wird seit gut fünf Jahren von Charles F. Pohl verwaltet. Das Investment-Komitee besteht aus sieben Personen, die durchschnittlich 20 Jahre Portfoliomanagement-Erfahrung haben. Positiv stimmt die Konstanz - die Fluktuationsrate bei Dodge & Cox ist sehr niedrig. Fast alle Analysten und Portfoliomanager sind seit Beginn ihrer Karriere bei der Firma und bleiben sehr lange an Bord.

Der Investmentansatz wird mit einer ungewöhnlich hohen Geduld ausgeführt, was sich in der sehr geringen Turnover Rate von nur 17% zeigt – das Maximum lag bei 23% im Jahr 2013. Fundament der Anlagestrategie ist ein eher unauffälliger Value-Ansatz, bei dem Aktien gesucht werden, die im historischen Vergleich unterbewertet sind. Zudem orientiert sich die Sektorgewichtung nicht am Vergleichsindex. Hinzu kommt noch, dass der Manager vom schnelleren Wachstum der Emerging Markets auf lange Sicht überzeugt ist.

Der Fonds weicht somit deutlich vom Vergleichsindex ab: zwar sind die USA auch hier das Schwergewicht mit über 50% Fondsgewicht, dafür finden sich aber gut 18% Emerging Markets Titel wie der Südafrikanische Medienkonzern Naspers (2,3%), die indische ICICI Bank (1,5%) oder das chinesische Internetunternehmen Baidu (1,4%).
Stark übergewichtet waren auch IT-Werte und Kommunikationstitel. Schon lange untergewichtet sind defensive Konsumtitel, die nach Ansicht des Managements nicht attraktiv genug bewertet sind. Deutlich aufgestockt wurde zuletzt auch Schlumberger, der größte amerikanische Zulieferer für Erdölförderer.

Die Volatilität des Fonds ist etwas höher als die der Vergleichsgruppe. Das brachte ein schwaches Ergebnis im Jahr 2011. Grund war die starke Gewichtung der Finanzbranche, deren Titel sich den vergangenen Jahren wieder deutlich von den Kursverlusten aus der Finanzkrise erholen konnten. Der lange Atem des Managements hat sich ausgezahlt, und der Fonds gehörte in den Jahren 2012 bis 2014 zu den Besten 25% in seiner Kategorie.

Investec GSF Global Strategic Equity

Der Investec GSF Global Strategic Equity hält die Rating-Note „Silver“. Ausschlaggebend für die Zusammensetzung ist das hauseigene, quantitative 4-Faktoren-Modell. Unternehmen werden anhand ihrer Bewertung, der Managementstrategie, der Gewinnentwicklung und mittels technischer Analyse genauer durchleuchtet. Nach der quantitativen Vorauswahl erfolgt ein qualitatives Screening durch die Analysten, um das ökonomische Exposure nicht zu stark Momentum-Faktoren auszusetzen.

Die letztliche Investmententscheidung obliegt Fondsmanager Mark Breedon, der über 35 Jahre Investmenterfahrung hat und seit elf Jahren bei Investec an Board ist. Seit 2004 ist er für die Vierfaktoren-Strategie verantwortlich.

Im Portfolio befinden sich 80-100 Titel, wobei der Fonds von der Marktkapitalisierung her eher kleiner Unternehmen hält als die Vergleichskategorie. US-Werte machen hier 46% aus, was über dem Niveau der Vergleichskategorie ist, aber weniger als im MSCI Word. Japanische Titel sind dafür übergewichtet (12,6%). Andere große Ländergewichtungen sind China (11%), die Niederlande (4%) und Deutschland (drei%).

Einzelne Werte dürfen nicht mehr als 5% aus machen und die Größe einer Position hängt davon ab, wie überzeugt der Fondsmanager vom Unternehmen ist, wie hoch die Volatilität ist und welchen Einfluss eine Position auf das Risiko-Rendite-Profil des Fonds hat. Neu hinzugekommen ist jüngst Anhui Choch Cement (0,95%) sowie Angang Steel Company (0,6%). Ein kleiner Teil des Portfolios – gut drei% - besteht aus chinesischen A-Shares.
Auf Sektorebene ist der Investec-Fonds (im Vergleich zu seiner Morningstar-Kategorie), bei Healthcare, Finanzwerten und zyklischen Konsumwerten übergewichtet. Untergewichtet sind Industriewerte, nicht zyklische Konsumgüter sind mit gut vier % gegenüber zehn% in der Vergleichskategorie deutlich unterrepräsentiert. Die Wertentwicklung kann sich sehen lassen: im laufenden Jahr sowie in den vergangenen drei Jahren lag der Fonds im obersten Quartil. Seit 2008 hat er es geschafft, auf Jahresbasis outzuperformen. In schwachen Marktphasen, angetrieben durch makroökonomische Daten, kann der Fonds aber eine deutlich höhere Volatilität haben, als andere Aktienfonds mit weltweiter Ausrichtung.

BlackRock Global Funds - Global Dynamic Equity A2

Seit 2006 ist der mit „Silver“ geratete BGF Global Dynamic Equity auf dem Markt. Er wird seit Auflage von Dennis Stattman gemanagt, der über 30 Jahre Erfahrung im Portfoliomanagement mitbringt. Seit 1989 ist er bei BlackRock für globale Aktienstrategien verantwortlich und wird von einem starken Research-Team unterstützt, von dem der Großteil seit mehr als zehn Jahren bei BlackRock arbeitet. Das sorgt für Konstanz im Management.
Der Investmentansatz beruht im Wesentlichen auf der gleichen Value-orientierten Bottom-Up Strategie, die auch beim BGF Global Allocation zum Einsatz kommt. Eine Reihe von Kennzahlen wird im Vergleich mit Region, Sektor und Branchen betrachtet, und es wird mit Rücksicht auf makroökonomische Faktoren eine Entscheidung getroffen. Dabei trifft das Team durchdachte Entscheidungen hinsichtlich Länder- und Wähungsexposure.

Mit über 550 Einzelwerten ist der Fonds sehr breit diversifiziert. Die Turnover Ratio lag zuletzt bei hohen 99%. Neben Aktien beinhaltet der Fonds auch Wandelanleihen und Hochzins-Bonds, allerdings bis zu einem Maximum von 12%. Mindestens 70% des Portfolios muss aus Unternehmen in Developed Markets bestehen.

Beim Länderexposure liegt die Gewichtung von US-Titeln wie im Vergleichsindex bei 60% und damit deutlich über dem Durchschnitt der Vergleichskategorie. Auch bei Japanischen Unternehmen ist der Fonds übergewichtet (gut 18%), Großbritannien und die Schweiz sind dafür untergewichtet.

Auf branchenebene sind Finanzwerten und Konsumgütern im Vergleich zu seiner Kategorie untergewichtet, dafür hält er mehr Gesundheitsaktien und Energiewerte. Das zeigt sich auch in den Top-Holdings: die Positionen in Royal Dutch Shell sowie Anadarko wurden ausgebaut. Neu hinzugekommen sind Futures auf breite Aktienportfolios wie den Nikkei, Topix, den S&P500 sowie den Russell 2000.

Über den Autor

Michael Haker  Michael Haker ist freier Mitarbeiter bei Morningstar.