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Vier Morningstar Favoriten für globale Aktien

Positive Ratings für UniGlobal, Loys Global und zwei Tweedy, Browne Fonds bestätigt. Aktuelle Morningstar Analyst Ratings im Überblick.

Natalia Wolfstetter 03.11.2015

In der abgelaufenen Woche wurden die Ratings von vier Fonds für globale Aktien veröffentlicht. Es handelt sich um vier Favoriten, deren positive Morningstar Analyst Ratings bestätigt wurden. Allerdings müssen Anleger die Besonderheiten der Fonds beachten, die aus diversen Gründen nicht das Höchst-Rating „Gold“ erhalten haben. 

UniGlobal: Der Fonds soll künftig flexibler und aktiver gemanagt werden

Aus dem UniGlobal wurden Ende Juli 2015 mehr als € 8 Mrd. in ein neu aufgelegtes Schwesterprodukt für Riester-Sparer transferiert. Mit den verbleibenden 3,6 Mrd. Euro bleibt der Fonds zwar weiterhin ein Dickschiff, das mit entsprechenden Liquiditätsbeschränkungen leben muss. Manager Gunther Kramert kann aber künftig stärker in die besten Ideen des Aktienteams investieren, anstelle aufgrund potenziell hoher Umschichtungen einen hohen Anteil an Indexfutures vorhalten zu müssen. 

Der Fonds punktet mit einem attraktiven langfristigen Risiko-Rendite-Profil, hatte jedoch 2014 mit Schwächen bei der Aktienauswahl zu kämpfen. Als Folge daraus achtet das Aktienteam verstärkt auf operative Trends der Unternehmen, um Trendbrüche schneller zu erkennen. Zudem werden Allokationsaspekte stärker berücksichtigt, um Risiken zu begrenzen, aber auch gezielt Top-Down-Ideen umzusetzen. Bei Einzeltiteln will der Manager größere Abweichungen zur Benchmark zulassen und die Titelanzahl auf 180 weiter reduzieren. Im Zuge dieser Maßnahmen dürften der Turnover und Tracking Error (Ziel: 3-4%) ansteigen, doch wäre der Fonds weiterhin sehr breit diversifiziert, zumal die Abweichungen von der Länder- und Branchenallokation des MSCI World auf 5 Prozentpunkte beschränkt bleiben. 

Wir erwarten, dass der bewährte Ansatz in seinem Kern erhalten bleibt und sehen die Anpassungen daran tendenziell positiv. Daher bestätigen wir das Rating ‚Bronze‘. 

Tweedy, Browne Global High Dividend Value Fund: Längere Durststrecken sind möglich, doch die risikobewusste Vorgehensweise hat sich langfristig ausgezahlt

Der US-Vermögensverwalter Tweedy, Browne steht für eine value- und qualitätsorientierte Aktienauswahl. Zwar sind die Fondsmanager William Browne, Tom Shrager, John Spears und Robert Wyckoff bei diesem Fonds bereit, für überdurchschnittliche oder steigende Dividenden einen etwas höheren Preis zu akzeptieren als in ihrer traditionellen Value-Strategie. So bevorzugen sie Unternehmen mit starken Marken und hoher Preismacht. Gleichwohl scheuen sie sich nicht, sich auch gegen den Markt zu stellen, was sich z.B. in ihrer Positionierung bei Banken mit Asien-Exposure und Energiewerten widerspiegelt, die den Fonds im laufenden Jahr im Konkurrenzvergleich zurückhielt. Die Dividendenrendite des Portfolios lag in der Vergangenheit typischerweise unter dem Durchschnitt globaler Dividendenfonds, hat sich aber zuletzt mit 4,3% der Norm angenähert. Wenn sie keine Unternehmen finden, die ihre Ansprüche erfüllen, ziehen es die Manager vor, Kasse zu halten (12% Ende Sept. 2015 ggü. über 20% Ende 2012). Zudem beschränkt Tweedy, Browne die zweimonatlichen Zuflüsse in den in Luxemburg domizilierten Fonds auf 5 Mio. EUR.    

Der Fonds ist in den letzten drei Jahren hinter seiner engeren Vergleichsgruppe aus in EUR-gehedgten globalen Aktienfonds geblieben, was u.a. auf die hohe Kassequote und das niedrige US-Gewicht zurückzuführen ist. Unternehmen außerhalb der USA halten die Manager im Hinblick auf Dividenden, Qualität und Bewertung für attraktiver. Der Fonds übertrifft aber seit Auflage 2007 seine engere Vergleichsgruppe und den MSCI World hdg EUR, was insbes. der Verlustbegrenzung in den Jahren 2008/11 zu verdanken ist. 

Die Vertriebsprovision von 0,50% wurde ab Okt. 2014 abgeschafft, so dass die Gebühren in Zukunft leicht unterdurchschnittlich ausfallen dürften. Angesichts des umfangreichen und stabilen Teams, der langjährig erprobten Strategie und der günstigeren Gebühren bestätigen wir das Rating ‚Silver‘.  

Tweedy, Browne International Value Fund (Euro): Wir haben starkes Vertrauen in das Team und den Ansatz

Angesichts der in den letzten Jahren tendenziell steigenden globalen Aktienkurse und der Knappheit an attraktiv bewerteten Unternehmen hat Tweedy, Browne die zweimonatlichen Zuflüsse in die Strategie auf 5 Mio. EUR beschränkt. Dies soll es den Managern erlauben, den Investitionsgrad des Fonds zu erhalten. Diese Entscheidung, die die langfristigen Interessen der Anleger in den Vordergrund stellt, überrascht uns nicht.  

Tweedy, Browne steht für eine value- und qualitätsorientierte Aktienauswahl in Anlehnung an Benjamin Graham. Das aus William Browne, Tom Shrager, John Spears und Robert Wyckoff bestehende Managementteam arbeitet seit vielen Jahren zusammen. Die Manager sind als Miteigentümer von Tweedy, Browne auch bei der Produktpolitik ihrer Anlagestrategie treu. Für Geduld und Langfristdenken des Teams steht der niedrige Portfolioumschlag. So konsequent wird der Ansatz verfolgt, dass der Fonds 2005-07 für Neuanlagen geschlossen war, da die Manager nicht genügend Aktien fanden, die ihren Ansprüchen genügten. 

Die langfristig überdurchschnittlichen Renditen bei unterdurchschnittlicher Volatilität, die auch auf das relativ gute Abschneiden in schwierigen Marktphasen wie 2008 oder 2011 zurückzuführen sind, stärken unser Vertrauen in das Team und den Ansatz. Über 5 und 10 Jahre übertrifft dieser Fonds seine engere Vergleichsgruppe aus für Euro-Anleger währungsgesicherten globalen Aktienfonds und die Benchmark MSCI EAFE EUR hdg deutlich. Die Manager sind auch bereit, sich gegen den Markt zu stellen, was den Fonds zeitweise bremsen kann. Im laufenden Jahr hielten ihn Energiewerte und Finanztitel mit Asien-Exposure zurück. 

Die Vertriebsprovision von 0,50% wurde ab Okt. 2014 abgeschafft, wodurch die Gebühren in Zukunft durch- bis leicht unterdurchschnittlich ausfallen dürften. Angesichts des umfangreichen und stabilen Teams, der langjährig erprobten Strategie und günstigerer Gebühren bestätigen wir das Rating ‚Silver‘. 

LOYS Global P: Der Fonds hat einen sehr erfahrenen Manager, der seine Überzeugungen deutlich zum Ausdruck bringt

Christoph Bruns verfügt über 20 Jahre Investmenterfahrung. Bevor er 2005 Partner bei der Loys AG wurde und diesem Fonds seinen Stempel aufdrückte, war er u.a. CIO bei Union Investment und managte erfolgreich deren Flaggschiff UniGlobal. Im Loys Global investiert Bruns neben Large Caps auch stark in Nebenwerte, wodurch der Fonds in der Kategorie ‚Aktien weltweit Flex-Cap‘ sitzt. Der Manager kauft nur Aktien, die anhand seiner Bewertungsmodelle zu mindestens 30% unterbewertet sind. Er ist bereit, seinen Überzeugungen mit hohen Einzeltitelgewichten Nachdruck zu verleihen. Größte Position war Ende Sept. 2015 BP (8,5%), wodurch auch der Energiesektor deutlich übergewichtet ist, was den Fonds 2014/15 gebremst hat. Generell ist das Portfolio stark auf zyklischere Sektoren ausgerichtet, während Bruns sich in defensiven Sektoren aus Bewertungsgründen zurückhält. Seit der Korrektur im August ist Bruns wieder voll investiert, nachdem die Kassequote zuvor über 10% lag. Ein ‚Home Bias‘ ist weiterhin erkennbar, rund ein Drittel des Portfolios ist in deutschen Werten investiert. 

Der benchmarkfreie, aber bewertungsbewusste Ansatz unterscheidet den Fonds deutlich von vielen Wettbewerbern. Insgesamt gehörte er unter Bruns zum besten Quartil seiner Kategorie. Auch die risikoadjustierten Zahlen können sich sehen lassen. So fiel der maximale Verluste langfristig niedriger aus als im Kategoriedurchschnitt. Investments gegen den vorherrschenden Trend können den Fonds aber zeitweise zurückwerfen. In den letzten Jahren bremste das geringe US-Gewicht. Der Fonds eignet sich daher für erfahrene Anleger, die zeitweise Durststrecken in Kauf nehmen können. 

Wir bestätigen das Rating ‚Bronze‘ angesichts des konsequent umgesetzten Ansatzes, bemängeln aber weiterhin die wenig anlegerfreundliche Gestaltung der Erfolgsgebühr in der Publikumstranche des Fonds, die zu einer sehr hohen Kostenbelastung führen kann. 

Über den Autor

Natalia Wolfstetter  ist Director Fund Analysis bei Morningstar