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Drei Favoriten für risikoaffine Anleger

Russland war für Osteuropa-Fondsmanager zuletzt eine wahre Herausforderung. Wir stellen Ihnen zwei Osteuropa Fonds mit guten Morningstar Analyst Ratings vor. Und weil Osteuropa-Investments rohstofflastig sind, haben wir als mögliche Alternative einen Rohstoff-Aktienfonds ebenfalls hinzugenommen.

Michael Haker 21.12.2015

Gerade in einem schwierigen Investmentumfeld kommt es auf das Können des Fondsmanagers an, der Verluste begrenzen kann. Wir stellen drei Fonds vor, die nichts für schwache Nerven sind. Zwei sind auf Osteuropa-Aktien, einer auf Rohstoff-Aktien fokussiert.

BGF Emerging Europe Fund A2

Fondsmanager Sam Vecht ist Experte für Osteuropa-Aktien und verwaltet seit gut sieben Jahren den BGF Emerging Europe Fund A2. Bei der Umsetzung seines Investmentansatzes wird er von einem sechsköpfigen Spezialisten-Team unterstützt und kann zusätzlich auf breitere Emerging Markets Ressourcen zurückgreifen.

Vecht leitet seit dem Frühjahr 2015 das Schwellenländer-Team zusammen mit Luiz Soares und Dhiren Shah. Trotz der personellen Umstrukturierung sind wir zuversichtlich, dass der Fondsmanager genügend Unterstützung hat. Sein Kernteam ist bislang stabil geblieben.

Für die Aktienauswahl kommt eine Mischung aus Top-Down und Bottom-up Analyse zum Einsatz. Die Länderallokation wird durch Makrofaktoren, wie BIP-Entwicklung, Währung und Inflationsentwicklung, bestimmt. Im Anschluss folgt die Unternehmensauswahl anhand von Faktoren wie Wachstum des Cash Flows, der Unternehmensstrategie, dem Produktportfolio und der Wettbewerbssituation.

Der Investmentansatz erlaubt dem Fonds eine hohe Flexibilität. Anfang 2014 wurden beispielsweise Investments in russische Unternehmen aufgelöst und dafür in der Türkei investiert. Dem Fonds bescherte das im vergangenen Jahr eine signifikante Outperformance gegenüber Vergleichskategorie und Benchmark.

Langfristig ist das Performance-Bild solide. Seit April 2009 konnte der Fonds seinen Vergleichsindex, den MSCI Emerging Markets Europe 10/40 outperformen und auch den Durchschnitt der Morningstar Vergleichskategorie um rund 1,8% hinter sich lassen. Die Stabilität in Sachen Investmentansatz, Wertentwicklung und Teamstruktur stimmt laut Morningstar Analystin Lena Tsymbaluk. Daher wird das Analyst Rating „Bronze“ bestätigt.

HSBC Global Investment Funds - Russia Equity Class AC

Der russische Aktienmarkt war in den vergangenen Jahren eine wahre Herausforderung: Politische Unruhen um die Halbinsel Krim, die hohe Volatilität des Russischen Rubel und der starke Ölpreisverfall schickten russische Aktien auf eine Berg- und Talfahrt.

Diese Erfahrungen hat auch Fondsmanager Douglas Helfer gemacht, der seit Dezember 2007 für den HSBC Global Investment Funds - Russia Equity verantwortlich ist. Ihm steht seit Juli 2008 Co-Manager Ed Conroy zur Seite, sowie der Emerging Markets Experte Tony McNary. Die langjährige Zusammenarbeit der Manager, die von einem breiteren Emerging und Developed Markets Team unterstützt werden, ist für den Fonds positiv zu werten, so Fondsanalystin Lena Tsymbaluk. Aufgrund des recht kleinen Investmentuniversums sind die personellen Ressourcen für diesen Fonds  aus ihrer Sicht ausreichend.

Beim Investmentansatz wird primär eine Bottom-up Analyse umgesetzt, bei der zukünftige Unternehmensumsätze in Perspektive gesetzt werden anhand des Preis-Buch-Verhältnisses der Aktien. Attraktive Investments werden in einem zweiten Schritt genauer hinsichtlich der Wachstumsperspektiven bei Umsatz und Gewinn untersucht. Insgesamt lassen der Investmentansatzes und die 10/40-Regelung der Benchmark den Managern weniger Spielraum als andere Fonds. Das resultiert in einem vergleichsweise niedrigen Active Share.

Der Ansatz wird jedoch konsequent eingesetzt. Immer wieder landen kleinere Unternehmen im Portfolio, die Alpha generieren können und teils vom Markt ignoriert werden. Auf Jahresebene fiel die Performance gegenüber der Vergleichsgruppe seit 2011 gemischt aus . Trotz der durchwachsenen Performance sind die Stabilität beim Investmentansatz und dem Managementteam der Grund dafür, dass der Fonds das Analyst Rating „Bronze“ weiterhin hält.

JPMorgan Funds - Global Natural Resources Fund A

Russlandfonds haben oftmals einen starken Bias zu fossilen Brennstoffen, da viele der Unternehmen im Rohstoff-Sektor verortet werden können oder von Rohstoffpreisen abhängen. Ein diversifizierteres Rohstoff-Exposure findet sich im JPMorgan Global Natural Resources Fund A.

Er wird seit 2012 von Neil Gregson verantwortet, der über eine breite Erfahrung im Rohstoffsektor verfügt. Unterstützt wird er vor einem Breiten Team aus Experten, die sich auf verschiedene Industriezweige oder Regionen konzentrieren.

Der Investmentfokus liegt vornehmlich auf Small Caps, die sich noch in einem frühen Stadium der Produktion oder der Explorationsphase befinden. Bei der Unternehmensbewertung wird ebenso nach den Bottom-up-Verfahren eingesetzt, bei dem auch politische Risiken berücksichtigt werden. Der Investmentfokus liegt vornehmlich auf Firmen, die fossile Brennstoffe, Gold oder andere Edelmetalle fördern.

Seit Gregson den Fonds 2012übernommen hat, boten Rohstoffe ein schwieriges Investmentumfeld und der Fonds ist stärker nach unten gerutscht, als beispielsweise der Goldpreis und der Morningstar Aktien-Kategorie Branchen: Rohstoffe. Grund ist der Hang zu kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die eine höhere Volatilität aufweisen. In Basse-Phasen kann es sein, dass sie stärker verlieren, als Standardwerte derselben Kategorie. Gregson ist jedoch ein erfahrener Manager, der, so Morningstar Analystin Fatima Khizou, für den Fonds langfristig ein Mehrwert ist. Zudem hat JP Morgan in das Investmentteam investiert und so die Ressourcen ausgebaut. Ihr gefällt auch, dass der Fonds vergleichsweise günstig ist mit laufenden Kosten von 1,8%. Wir bestätigen daher das Morningstar Analyst Rating „Bronze“ für diesen Rohstofffonds.

Über den Autor

Michael Haker  Michael Haker ist freier Mitarbeiter bei Morningstar.