Drei unserer Favoriten unter den Fonds für Asien-Nebenwerte

Asien-Investments lieferten zuletzt eine Berg- und Talfahrt. Wir stellen zwei breiter diversifizierte und einen Indien-Aktienfonds mit positiven Morningstar Analyst Ratings vor. Alle Produkte haben in den letzten Jahren Benchmark und Vergleichsgruppe hinter sich gelassen.

Michael Haker 21.01.2016

Schroder ISF Asian Smaller Companies

Der Fonds existiert bereits seit September 2005. Er wurde im März 2012 an den erfahrenen Manager Paul Rathband übergeben. Unterstützt wird er seit September 2012 von seiner früheren Kollegin Gina Kim, die 15 Jahre Investmenterfahrung mitbringt und von RBS Asia Securities zu Schroder wechselte. Zusätzlich steht beiden ein Team aus 25 Asien-Experten zur Verfügung.

Die Analysten decken ein Investmentuniversum aus rund 150 Titeln ab, was zugegebenermaßen nicht besonders groß ist, so Morningstar Fondsanalyst Germaine Share. Der Fonds hält jedoch ein recht konzentriertes Portfolio aus 40 bis 60 Aktien. Die Manager konzentrieren sich in ihrem Bottom-up Ansatz auf Unternehmen mit Potential für nachhaltiges Wachstum und müssen sich dabei zugleich innerhalb klarer Risikogrenzen bewegen.

Das tägliche Handelsvolumen der Aktien im Fonds muss ein bestimmtes Minimum aufweisen. Zudem gibt es eine Richtschnur zur Ländergewichtung, wobei hier ein Hang zu größeren und liquideren Märken besteht. Der Fondsmanager orientiert sich weniger an seiner Benchmark, dem MSCI AC Asia ex-Japan Small Cap. Per Ende 2015 waren signifikante Sektorwetten wie ein 30%-Exposure in zyklischen Konsumwerten zu beobachten, wohingegen der Vergleichsindex entsprechende Titel mit rund 20% gewichtet hat.

Seit Rathband an Board ist hat sich die Fonds-Pperformance stabilisiert: zwischen März 2012 und Mitte November 2015 lag das jährliche Plus bei 9,88%, rund 90 Basispunkte pro Jahr über der Benchmark  und 244 Basispunkte über der Vergleichsgruppe . Die Kosten liegen mit 196 Basispunkten im Rahmen. Der Fonds erhält im Erst-Rating das Morningstar Analyst Rating „Bronze“.

Templeton Asian Smaller Companies

Ebenfalls neu unter den Asien-Nebenwertefonds mit einem Morningstar Analyst Rating ist der Templeton Asian Smaller Companies. Offiziell verantwortlich ist hier der Asien-Experte Mark Mobius, allerdings zieht er sich mehr und mehr aus dem Fondsmanagement zurück, und seit 2008 sind Chetan Sehgal und Vikas Chiranewal für die Titelauswahl zuständig. Beide zeichnen bereits für einige andere Asien-Mandate verantwortlich, die ebenfalls ein positives Morningstar Analyst-Rating halten.

Auch hier wenden die Manager einen auf Einzeltitel ausgerichteten  Ansatz an und suchen nach Unternehmen, die mit Blick auf die Fünf-Jahres-Prognose für das Gewinnwachstum preiswert erscheinen. Ebenso haben die Manager ein Auge darauf, ob die Grundsätze der guten Unternehmensführung (Corporate Governance) berücksichtigt werden und auf typische Finanzkennzahlen, wie etwa das Verschuldungsniveau, da es gerade kleinere Unternehmen mit hohen Freundfinanzierungsbedarf in Zeiten restriktiver Kreditvergabe schwieriger haben als Großkonzerne. Die stattliche Größe des Fonds von mittlerweile gut 1,3 Milliarden Euro wirkt sich auch auf die Portfoliokonstruktion aus: Aus Liquiditätsgründen waren zuletzt Aktien aus Südkorea stark übergewichtet.

Die bisherige Rendite von 21,36% pro Jahr seit Auflage bis November 2015 ist eine gute Leistung. Damit liegt der Fonds 6,2 Punkteüber dem MSCI AC Asia ex-Japan Small Cap. Er zählt damit insgesamt zum besten Fünftel seiner Morningstar-Vergleichskategorie Aktien Asien ohne Japan Nebenwerte. Für Analyst Germaine Share sind die laufenden Kosten von 2,23% indes zu hoch. Angesichts seiner Größe könnte das Fondshaus Anlegern hier deutlich günstigere Konditionen bieten. Insgesamt überzeugt der Templeton Asian Smaller Companies aber noch. Er erhält im Erst-Rating das Morningstar Analyst Rating „Bronze“.

Stewart Investors Indian Subcontinent Fund

Hier handelt es sich nicht um einen reinen Nebenwerte-Fonds, aber das Exposure in asiatischen Small- und Mid-Caps von insgesamt gut 30% beim Stewart Investors Indian Subcontinent Fund ist substanziell. Wie sich aus dem Namen bereits ergibt, ist der Investmentfokus hier Indien. Die beiden Manager Sashi Reddy und David Gait managen ihn seit Juli 2008 und werden von einem 20-köpfigen Expertenteam unterstützt.

Erst vergangenes Jahr ergaben sich einige Änderungen, nachdem die Fondsgesellschaft First State Steward ihre Gesellschaftsstruktur in zwei unabhängige Bereiche First State Stewart Asia und Stewart Investors geteilt hat. Dieser Fonds wird von Stewart Investors verwaltet, und es stehen nicht mehr die gleichen Ressourcen wie zuvor zur Verfügung. Die Fondsgesellschaft hat allerdings einiges an Erfahrung mit Indien-Mandaten vorzuweisen.

Zusätzlich wurden gegen Ende 2015 weitere Änderungen beim Portfoliomanagement der neuen Investmentgesellschaft durchgeführt. Sashi Reddy hat nun zusätzliche Verantwortung für eine globale Aktienstrategie. Wir werden ein Auge darauf haben, ob die zusätzliche Belastung einen negativen Effekt auf die Verwaltung dieses Fonds zeitigen wird.

Die Änderungen in der Vergangenheit beunruhigen Fondsanalyst Mark Laidlaw allerdings nicht übermäßig. Bei Steward Investors herrscht eine starke Teamkultur, was sich auch im Investmentprozess niederschlägt. Mit ihrem Bottom-up Ansatz suchen die Manager nach Unternehmen mit einem vertrauenswürdigen Management und nachhaltigen Einkommenstreibern. Das Investmentuniversum wird dadurch merklich eingeschränkt, zudem ist der Fonds nicht Benchmark-getrieben. Bislang hat sich das für Anleger ausgezahlt: Seit Übernahme haben die Fondsmanager die Benchmark und die Morningstar Vergleichsgruppe Aktien Indien hinter sich gelassen. In volatilen Marktphasen, die auf dem indischen Markt mitunter heftiger ausfallen können, gab der Fonds bisher weniger stark nach. Aufgrund der Dauer, die beide Manager bereits das Mandat innehaben, die bislang solide Performance, die Erfahrung mit Indien-Mandaten aber auch die unterdurchschnittlichen Kosten im Vergleich zu ähnlichen Produkten bestätigen wir das Morningstar Analyst Rating „Bronze“. 

Über den Autor

Michael Haker  Michael Haker ist freier Mitarbeiter bei Morningstar.