Drei US-Standardwerte-Fonds unter die Lupe genommen

Der amerikanische Aktienmarkt gilt als sehr effizient und Standardwerte-Fonds es oft schwer, die Benchmarks zu schlagen. Wir haben Produkte gefunden, die zu den besten ihrer Vergleichsgruppe gehören. Dreht sich jedoch das Personalkarussell, steht auch das Morningstar Analyst Rating auf wackligen Beinen.

Michael Haker 10.02.2016

T. Rowe Price Funds SICAV - US Blue Chip Equity Fund

Für diesen Aktienfonds für US-Standardwerte kommen nur Unternehmen in Frage, die eine nachhaltige Gewinnentwicklung und ein nachhaltiges Wachstum beim freien Cash Flow aufweisen. Zudem hat der Fondsmanager einen Blick auf die Unternehmensführung: Für ihn ist wichtig, dass sie das Wachstum der Unternehmen weiter vorantreibt. Apropos Fondsmanager: Larry Puglia ist ein erfahrener Mann, der zudem von einem Analystenteam unterstützt wird, das bisher gute Investmentideen geliefert hat. 

Bei der Portfoliozusammensetzung zeichnet sich der Fonds durch einen vergleichsweise hohen Active Share aus. In den vergangenen Jahren hielt der Fonds einen relativ hohen Anteil an Gesundheitsunternehmen, die der Rendite auf die Sprünge halfen. Außerdem entwickelten sich gerade im vergangenen Jahr die Werte Alphabet, Amazon, Facebook und Netflix sehr gut. Nicht so gut lief es bei dem Pharmaunternehmen Valeant, die eine größere Position im Portfolio ausmacht. Insgesamt hat der Fonds aber ein hervorragendes Jahr 2015 hinter sich, so Morningstar Analyst Mathieu Caquineau.

In unruhigeren Zeiten, wenn die Märkte nachgeben, verlor der Fonds in der Vergangenheit etwas stärker als sein Vergleichsindex. Relativ zur Benchmark sind Biotech-Unternehmen übergewichtet, was sich bei einem Ausverkauf entsprechender Werte auf die Gesamtperformance des Fonds niederschlagen kann.

Kritisch betrachten wir das stattliche Volumen, das mittlerweile in der Investmentstrategie steckt. Bei Standardwerten haben Growth-Fonds von T. Rowe mittlerweile über 50 Milliarden an Assets under Management. Große Volumina können Fonds träge machen; Sowohl beim Kauf als Verkauf müssen sie große Positionen bewegen, um einen Effekt im Gesamtportfolio zu erzielen.

Insgesamt lieferte eine solide risikoadjustierte Rendite. Im Vergleich zu seiner Morningstar Vergleichskategorie Aktien USA Standardwerte Growth zeigt er eine starke Entwicklung und in den letzten Jahren schaffte es der Fonds, seinen Vergleichsindex, den Russell 1000 Growth, zu schlagen. Fair finden wir auch die Vergütung mit einer Gesamtkostenquote von 1,62%. Wir bestätigen das Morningstar Analyst Rating „Silver“.

T. Rowe Price Funds SICAV - US Large Cap Growth Equity

Fondsmanager Rob Sharps wird seine zum Ende 2016 seine Rolle abgeben und bei T. Rowe Price den Posten als Co-Head für Aktien Weltweit antreten, zusammen mit Chris Alderson. Ab Juni 2016 wird sein Nachfolger Taymour Tamaddon an die Seite des Noch-Managers treten. Anfang 2017 wird Tamaddon das Management des Fonds dann komplett übernehmen.  Aktuell ist er noch für den T. Rowe Price Health Sciences verantwortlich.

Seit Auflage 2002 brachte Sharps den Fonds zu einer sehr guten Performance. Aber auch sein Nachfolger in spe Tamaddon lieferte bislang beim Health Sciences-Fonds, der nur in den USA vertrieben wird, überzeugende Ergebnisse, wenn auch über einen deutlich kürzeren Zeitraum. Den Fonds übernahm er im Februar 2013, und seitdem liegt das jährliche Plus bei gut 28% und damit rund 3% über seinem Kategoriedurchschnitt. Seine Benchmark, den S&P 1500 Health Care, übertraf er im gleichen Zeitraum um jährlich rund 6 Prozentpunkte.

Normalerweise hält der Fonds zwischen 60 und 75 verschiedene Titel, und er unterscheidet sich bisweilen deutlich vom Russell 1000 Growth Index. Ein Beispiel ist die Apple-Position im März vergangenes Jahr: Der IT-Gigant aus Kalifornien machte damals im Fonds gut 1,5% aus, während die Gewichtung im Russell-Index bei 6,8% lag. Fondsmanager Sharps setzte hingegen stärker auf den Bereich Healthcare und Biotech-Aktien – in den letzten Jahren eine der primären Performance-Quellen des Fonds, die er mit 11% fast doppelt so hoch gewichtete wie der Russell 1000 Index.

Unter Sharps war der Fonds recht volatil. Performance-seitig befindet er sich aber unter den 25% besten seiner Morningstar Vergleichsgruppe Aktien USA Standardwerte Growth.

Auch wenn es keine Anzeichen dafür gibt, dass sich der Investmentansatz ändern und unter dem neuen Management nicht auch eine ähnlich intensive Zusammenarbeit mit dem Aktienresearch gepflegt wird wie unter Sharps, wird das "Silver"-Rating entzogen, bis endgültig Klarheit über die weitere Umsetzung des Investmentansatzes besteht, so Morningstar Analyst Mathieu Caquineau. Derzeit steht der Fonds "Unter Beobachtung".

Pioneer Funds - U.S. Research E EUR ND

Im Vergleich zu den oben vorgestellten Fonds setzt dieses Produkt weniger stark auf Wachstumswerte. Der Pioneer U.S. Research findet sich in der Morningstar Kategorie Aktien USA Standardwerte Blend. Seit 2011 performte der Fonds schlechter als seine Vergleichskategorie. Auf eine Sicht von zehn Jahren ist seine Wertentwicklung hingegen erfreulicher. Die Benchmark, den S&P 500, konnte er dennoch nicht schlagen.

Verantwortet wird der Fonds primär vom Aktienresearch bei Pioneer. Das Team wird seit Mai 2015 von Craig Sterling geleitet. Die beiden Vorgänger Paul Cloonan und John Packham konzentrieren sich nun auf Growth bzw. Value-Research, wodurch sie immerhin einen kleineren Performance-Beitrag auf Sektorebene liefern konnten. Insgesamt besteht das Research aus elf Sektor-Spezialisten und zwei Experten für quantitatives Aktienresearch. In der Vergangenheit war das Team insgesamt weniger von Personalveränderungen betroffen. Bei vereinzelten Sektoren gab es jedoch häufigere Wechsel, was zu unserer „Neutral“-Einschätzung des Fondsmanagements führt.

In seiner Investmentstrategie orientiert sich der Fonds auf Sektorebene im Wesentlichen an seiner Benchmark. Sektor-Experten bringen jedoch ihre eigenen Investmentideen ein, um so Alpha gegenüber dem Vergleichsindex zu generieren, der etwa 75% der Marktkapitalisierung der USA widerspiegelt. In den vergangenen Monaten durchlief das Portfolio des Fonds kleine Veränderungen. Value-Titel sind mittlerweile etwas stärker gewichtet. Zudem reduzierte sich per Ende Dezember 2015 die Anzahl der unterschiedlichen Titel von 80 auf 50. Die Folge ist ein etwas höher Active Share als zuvor.

Bislang ist für uns noch nicht absehbar, ob Fondsmanager Sterling für den Fonds deutliche Verbesserungen erzielen kann. Auch mit Blick auf die Vergütung wäre ein besseres Ergebnis sicher leichter zu erreichen, schreibt Morningstar Fondsanalyst Francesco Paganelli. Insgesamt bestätigen wir somit unser Morningstar Analyst Rating „Neutral“. Bis Ende 2014 hatte der Fonds noch das qualitative Rating „Bronze“ gehalten.

Über den Autor

Michael Haker  Michael Haker ist freier Mitarbeiter bei Morningstar.