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Outperformance 2015: Diese Aktienmanager ließen ihre Vergleichsindizes hinter sich

Im dritten Teil unserer Analyse zur Performance aktiv verwalteter Fonds 2015 blicken wir auf die Bilanz nach Fondsgesellschaft: Wie haben die Fonds der 20 größten Aktienmanager gegenüber ihren Indizes abgeschnitten? Und in welchen Kategorien waren sie besonders erfolgreich?

Michael Haker 09.03.2016

Im dritten Teil unserer Auswertung der Performance-Bilanz aktiv verwalteter Fonds nehmen wir uns die größten 20 Fondsgesellschaften nach verwaltetem Vermögen vor. Das sind die großen Produktanbieter, denen Anleger typischerweise in der Bank oder beim Finanzberater ihrer Wahl begegnen. Wir nutzen dabei das identische Sample der beiden vorherigen Auswertungen.  Für die Auswertung haben wir uns Aktienfonds aller Morningstar Kategorien angeschaut, die weltweit, in Europa, in Schwellenländer, Japan, den USA und Großbritannien investieren. In die Auswertung sind nicht nur die ältesten, sondern sämtliche Anteilsklassen der jeweiligen Produkte eingeflossen. Damit befinden sich in unserer Auswertung über 6.200 Fonds, die zusammen per Anfang Februar 2016 ein Vermögen von mehr als 1.637 Milliarden Euro verwalteten.

Zur Erinnerung: Im ersten Teil (Outperformance 2015: Das Jahr der aktiven Fondsmanager) konzentrierte sich die Auswertung auf die Outperformance nach Morningstar Kategorie, im zweiten Teil haben wir Performance-Kohorten gebildet und auf die Verteilung der relativen Renditen geblickt (Aktive Aktienfonds 2015: Wie die relativen Renditen verteilt waren).

Die 20 größten Fondsgesellschaften mit den meisten Outperformern 2015

Kommen wir zunächst zur Erfolgsquote der Fondsgesellschaften über alle Fonds, die in den 35 Morningstar Kategorien unserer Auswertung zu verorten sind. Die unten abgebildete Tabelle zeigt die größten Fondsanbieter, sortiert nach dem verwalteten Vermögen in Aktienfonds. Im vergangenen Jahr war First State unter den größten Aktienfondsanbietern mit Abstand am erfolgreichsten. Die Outperformer-Quote 2015 liegt bei 100 Prozent.  Mit 12 Produkten ist die Zahl der Produkte allerdings deutlich geringer als bei den anderen Gesellschaften mit hohen Erfolgsquoten, etwa Henderson, Fidelity und Threadneedle, von denen jeweils etwa 40, von Fidelity sogar 80 Aktienfonds, in unserer Untersuchung berücksichtigt wurden. Die niedrigste Quote an Fonds, die 2015 ihre Kategorie-benchmark übertrafen, kamen 2015 von Aberdeen und Pictet, von denen 35 beziehungsweise 30 Aktienfonds berücksichtigt wurden. Recht weit unten finden sich auch Credit Suisse, bei der nur 13 von 34 Fonds für Euro-Anleger den Kategorieindex outperformten, sowie BNP Paribas mit einer Outperformer-Quote von nur 34,9%. Der größte Aktienfondsanbieter BlackRock weist eine Outperformance-Quote von knapp 55% auf auf, eine deutlich niedrigere Erfolgsquote als bei der bereits erwähnten Fidelity, aber zugleich weist der weltgrößte Asset Manager eine höhere Erfolgsquote auf als die UBS, die Nummer drei nach Aktienfondsvermögen.

Tabelle: Die 20 Größten Fondsgesellschaften und die Anzahl ihrer Outperformer 

Hinsichtlich der Marktabdeckung kommen Amundi (132) und BNP Paribas (109) auf die größte Anzahl an Fonds in unserer Auswertung. Beide Vollsortimenter bieten in mehr als der Hälfte der betrachteten Morningstar Kategorien Fonds an. Ein hohes Vermögen verteilt sich dagegen bei First State und Vanguard auf nur wenige Produkte. Bei Letztgenanntem flossen ganze vier aktiv gemanagte Fonds in die Auswertung ein. Das verwundert nicht, konzentriert sich Vanguard doch auf Indexfonds, die naturgemäß nicht in dieser Auswertung berücksichtigt wurden. Mit Blick auf die Outperformer-Quote fällt das Ergebnis von First State auf. Bei jedem der 12 Fonds gelang es, den Morningstar Vergleichsindex zu übertreffen. Alle First State Fonds sind in nur zwei Morningstar-Kategorien vertreten, nämlich Aktien weltweit Standardwerte Blend und Aktien Schwellenländer (jeweils sechs Fonds

Outperformance nach Großgruppen: Höchste Erfolge bei Standardwerten Europa

Bei genauerer Betrachtung der großen Investmentgruppen sind vor allem bei europäischen Standardwerten die meisten Erfolge zu verzeichnen. Von insgesamt 316 Fonds schlugen immerhin 227 Fonds von 14 Gesellschaften die Morningstar Kategorieindizes MSCI Europe oder dessen Varianten Growth und Value. Am häufigsten gelang dies Amundi (42 von 63 Fonds), BNP Paribas (24 von 51 Europa-Aktienfonds) und Allianz Global Investors (24 von 29 Produkten). Von allen drei Gesellschaften stammen auch die meisten Europa-Aktienfonds. Am höchsten fiel die Erfolgsquote bei Europafonds bei BlackRock, Fidelity, Henderson und Nordea aus.

Grafik: Anzahl der Outperformer der Fondsgesellschaften nach Investmentregionen

 

Am schlechtesten lief es unter den großen Anbietern bei europäischen Standardwertefonds vergangenes Jahr für Aberdeen. Von vier Fonds des schottischen Asset Managers aus den Morningstar Kategorien Aktien Europa dividendenorientiert (1), Europa Standardwerte ohne Großbritannien (2) und Europa Standardwerte blend (1) schlug keiner seinen Vergleichsindex. Das gleiche Bild zeigt sich bei den elf globalen Blue-Chip Fonds von Aberdeen. Dies dürfte vor allem auf das hohe Exposure zu Emerging Markets Aktien zurückzuführen sein. 

Auch bei keinem der zehn weltweit anlegenden Aktienfonds von Franklin Templeton war eine positive Bilanz zu verzeichnen. Indes gelang es einigen Europafonds der Amerikaner,  den MSCI Europe(1 Fonds) oder dessen Subindizes Value (5 Fonds), Growth (3 Fonds) oder High Dividend Yield (1 Fonds) zu übertreffen.

Mit Blick auf die Outperformer-Quote ist das Bild bei globalen Aktienfonds insgesamt eher enttäuschend. Nur Fidelity, Invesco, Vanguard, Nordea, Threadneedle und First State gelang es, eine Outperformance-Quote von mehr als50% gegenüber dem MSCI World zu erreichen. Das fügt sich in das Bild, das wir im ersten Teil dieser Serie gezeichnet haben: Fondsmanager hatten es auch 2015 schwer, den Index zu übertreffen. Über alle Fonds dieser Großgruppe (1867) gelang bei nur 34% besser zu performen als der Kategorieindex.

Besser gelang dies hingegen bei Schwellenländern. Insgesamt waren 12 von 19 Fondsgesellschaften mit mehr als der Hälfte ihrer Schwellenländer-Fonds erfolgreich. Die beste Bilanz weisen Fidelity und First State aus, die eine Outperformer-Quote von 100% hatten. Keine Outperformer finden wir hingegen bei Pictet (5 Fonds), Blackrock (4 Fonds) und Threadneedle (2 Fonds).

An US Standardwerten beißen sich die Manager die Zähne aus

Steigen wir nun eine Etage tiefer in die Einzelländerkategorien ein. Kommen wir nun zu den wichtigsten Kategorien für Standardwerte USA, Japan und Großbritannien. Hier offenbart sich en Detail, was wir bereits zuvor als Trend feststellten: Für Euro-Anleger hatten aktive Fondsmanager im letzten Jahr die größten Probleme bei US-Standardwerten. Indizes wie der S&P 500 oder der Russel 1000  entpuppten sich für die meisten Fonds als unerreichbare Hürden. Am häufigsten gelang die Outperformance noch bei Fidelity mit drei  von sechs Produkten. Alle anderen Gesellschaften – zusammen steuern sie immerhin 73 Fonds zur Auswertung bei – waren seltener erfolgreich. Die meisten US-Standardwerte Blend-Fonds kommen übrigens von Amundi und der UBS (je 11 Stück), von denen es keiner schaffte, den Russell 1000 zu übertreffen.

Tabelle: Die Outperformer bei US-, Japan- und Großbritannien-Standardwerten

Auch bei den anderen beiden US-Standardwerte-Kategorien, Value und Growth, hatte die Mehrheit der größten Fondshäuser Probleme, den Russell 1000 Growth und den Russell 1000 Value outzuperformen. Insgesamt sind diese Style-Investments in Europa deutlich seltener zu finden als in den USA, entsprechend finden sich nur wenige derartiger Produkte , nämlich 24 Growth Fonds und 21 Value Pendants. Die meisten Produkte mit Fokus auf Wachstumswerte kommen von BNP Paribas und Threadneedle (je 5). Keiner dieser Produkte zählt jedoch zu den Outperformern 2015. Erfolgreich mit je einem Fonds waren hier nur UBS, JPMorgan, Allianz GI, Credit Suisse und Amundi. Bei US-Value-Fonds kommen die meisten Fonds von JPMorgan (4) und AXA (3); beide Anbieter haben eine ordentliche Erfolgsquote aufzuweisen. Auch die Deutsche AM schaffte es bei zwei von drei Fonds, den Index outzuperformen.

Etwas erfreulicher ist das Bild bei Aktienfonds Japan, wobei 53 Produkte in Standardwerte und 14 in Nebenwerte investieren. In der Gesamtbetrachtung findet sich bei den Blue Chips eine höhere Outperformer-Quote (47%%) als bei den Nebenwerten (36%). Die meisten Produkte kommen von Fidelity. Das Fondshaus, das im letzten Jahr bei Europa und bei Schwellenländer-Fonds mit am häufigsten outperformte, lieferte für japanische Standard- und Nebenwerte-Investments keine gute Bilanz: keiner der Produkte schlug die jeweilige Benchmark. Japan-Fonds finden sich auch häufig bei Invesco und JPMorgan (je 7) sowie Schroders (6), wobei letztere von den drei genannten Gesellschaften mit einer Erfolgsquote von 83% (5 Fonds) die beste Figur abgab. Ebenfalls positiv war das Ergebnis von Allianz Global Investors: Alle vier Fonds schlugen erfolgreich die Benchmark bei Japanischen Standardwerte (3 Fonds)  und  Nebenwerten (1 Fonds).

Zuletzt noch ein Blick auf Standardwerte aus Großbritannien. Von den insgesamt 80 Fonds schlugen 55 die Indizes der Morningstar Kategorien Aktien Großbritannien Standardwerte Blend, Growth, Value und Dividendenorientiert. Zahlenmäßig dominieren hier die beiden britischen Anbieter Threadneedle und Schroders, wobei Threadneedle mit 100% die höchste Quote an Outperformern vorweisen konnte. Zu finden sind diese Outperformer-Fonds in den Kategorien Aktien Großbritannien Standardwerte Blend (7), dividendenorientiert (4) und Standardwerte Growth (1). Mehr Produkte (14 Fonds) kommen nur von Schroders, wobei es hier nur bei 43% klappte, die Benchmark zu schlagen. Ebenfalls zu den erfolgreichsten Anbietern, die in Großbritannien investieren, gehörten 2015 JPMorgan, BlackRock, Invesco, AXA und Henderson. Von ihnen haben übrigens alle Dividendenfonds den Kategorieindex FTSE All Shares zumeist deutlich outperformt.

Nebenwerte-Outperformer an häufigsten mit Anlageuniversum Europa.

Blicken wir nun auf Nebenwerte-Investments. Wie auch bei Standardwerten waren auch hier die Fondsgesellschaften bei europäischen Aktien am erfolgreichsten. Mit insgesamt 72 Fonds machen europäische Produkte den größten Anteil der Nebenwertefonds aus; bei 79% von ihnen gelang den Fondsgesellschaften eine Outperformance. Die meisten Europa-Nebenwertefonds kommen von Amundi (14), BNP Paribas (9) und Allianz Global Investors (8), wobei alle drei Gesellschaften eine ordentliche Outperformer-Quote hinlegen konnten. Dabei gehören BNP Paribas und Amundi insbesondere in den Morningstar Kategorien Aktien Europa mittelgroß und Aktien Eurozone Nebenwerte zu den erfolgreichsten Anbietern: Alle drei BNP-Produkte bzw. vier von fünf Amundi-Fonds ließten den MSCI Europe Mid Cap hinter sich. Alle fünf Amundi-Fonds und zwei von drei BNP-Fonds übertrafen den MSCI EMU Small Cap-Index. Die Allianz-Tochter schaffte es – zusammen mit Henderson – bei allen drei Fonds der Kategorie Aktien Europa Nebenwerte, den MSCI Europe Small Cap outzuperformen.

Den geringsten Erfolg bei europäischen Small und Mid Caps hatten Aberdeen und Schroders vorzuweisen, die einen beziehungsweise drei Fonds in die Auswertung einbrachten.

Tabelle: Die Nebenwerte-Outperformer unter den größten Fondsgesellschaften

 

Die zweitgrößte Gruppe an Nebenwertefonds (33 Produkte) investiert in Großbritannien. Auch hier kann sich die Outperformer-Quote sehen lassen. Von Schroders kommen die meisten Fonds (7), den Index schlugen jedoch nur die drei Produkte aus der Morningstar Kategorie Aktien Großbritannien Nebenwerte.

Bei der Kategorie USA Mid-Caps finden wir 20 Fonds, aus der Großgruppe Nebenwerte weltweit haben wir 17 Fonds in unserer Auswertung berücksichtigt. Sowohl die UBS als auch Schroders schafften es bei beiden Gruppen, die Indizes outzuperformen.

Die Nutzer unserer Website können mit diesem Wissen ausgestattet ihr eigenes Research betreiben. Wir stellen Ihnen auf unserer Webseite mit dem kostenlosen Tool „Fonds-Quickrank“ eine einfache Möglichkeit zur Verfügung, um Fonds nach Fondsgesellschaft und Morningstar Kategorie zu finden (Morningstar Fonds-Quickrank). Die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten finden Sie dort in der obersten Leiste als Drop-Down-Menü. Darunter finden Sie einige Ergebnisansichten. Standardmäßig ist die Ansicht „Snapshot“ ausgewählt. Daneben können Sie sich „Rendite“, „Performance“, „Portfolio“ und „Gebühren“ anzeigen lassen. Der Performance-Reiter zeigt Ihnen die jährliche Wertentwicklung über einen Zeitraum vom laufenden Jahr bis hin zu zehn Jahren an. Beim Klick auf den Namen der jeweiligen Fonds gelangen Sie zur Fondsübersicht. Dort finden Sie unter anderem die Über- oder Unterperformance des jeweiligen Fonds im Vergleich mit der Kategorie-Benchmark sowie die Details der Portfoliozusammensetzung. Eine genauere Beschreibung, wie Sie sich bei der Fondssuche zielsicher durch die mehr als 350 Morningstar Kategorien navigieren, finden Sie hier: Tutorial Fondssuche II – Die Welt der Morningstar Kategorien.

Über den Autor

Michael Haker  Michael Haker ist Research Editor bei Morningstar.