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Renten-ETFs tragen Nachfrage nach passiven Produkten im April

Ungeachtet der Markterholung müssen Aktienprodukte zum dritten Monat in Folge Abflüsse hinnehmen. Euro-Investments werden auf breiter Front verkauft. Vor allem iShares profitiert von Bond-Nachfrage.

Ali Masarwah 13.05.2016

Ungeachtet der allgemeinen Markterholung im April haben ETF-Investoren im vergangenen Monat erneut Aktienprodukte verkauft, die im dritten Monat in Folge Abflüsse hinnehmen mussten. Mit 1,33 Milliarden Euro waren die Rückgaben allerdings niedriger als in den beiden Vormonaten. Insgesamt gingen Aktien-ETFs europaweit in den ersten vier Monaten 4,86 Milliarden Euro verloren, was 1,5% des ETF-Vermögens in Aktienprodukten zu Jahresanfang entspricht. 

Gestützt wurde die Nachfrage nach ETFs durch den Absatz von Bond-Produkten, die 3,69 Milliarden Euro einsammelten. Seit Jahresanfang beliefen sich die Zuflüsse in Bond-ETFs auf 11,64 Milliarden Euro. 

Dass ETFs europaweit (ohne Geldmarkt-ETFs) 3,42 Milliarden Euro an Zuflüssen im April verbuchten lag ebenfalls an knapp einer Milliarde Euro an Nettoneuanlagen in Rohwarenprodukten, bei denen vor allem Gold-ETPs und breit diversifizierte Körbe profitierten. 

Tabelle: Die Zuflüsse nach Asset-Klassen

 

Ein Blick auf den ETF-Absatz nach Morningstar Kategorie zeigt, dass vor allem ehemals wenig beliebte Produkte auf der Kaufliste von europäischen Investoren standen. USA-Standardwerte-ETFs, Schwellenländer-Aktienprodukte und EUR Unternehmensobligationen-ETFs (auch Hochzinsprodukte) zählten zu den Kategorien mit den höchsten Zuflüssen im April. Auch Schwellenländer-Bonds, vor allem solche für lokale Währungen, waren nachgefragt, wie die untere Tabelle zeigt.   

Tabelle: Die Kategorien mit der höchsten Nachfrage im April

Dagegen mussten ETFs auf sichere EUR-Staatsobligationen (inklusive Kurzläufer) im Zuge des zwischenzeitlichen Renditeanstiegs Abflüsse hinnehmen. Auch diversifizierte US-Dollar-Bond-ETFs wurden überwiegend verkauft. 

Besonders markant war jedoch der Abverkauf in den Kategorien, die sich noch im vergangenen Jahr großer Nachfrage erfreut hatten: Eurozonen-Aktien, Aktien Deutschland, Aktien Europa und Aktien Japan. 

Tabelle: Die Kategorien mit den höchsten Abflüssen im April

Kommen wir zum Abschluss unserer Marktübersicht zur Vertriebsbilanz der großen europäischen ETF-Anbieter. Dank hoher Zuflüsse in Bond-ETFs konnte sich iShares an die Spitze setzen. Die Dominanz des Marktführers im Obligationenbereich wird dadurch illustriert, dass 85% der oben erwähnten Zuflüsse von 11,64 Milliarden Euro in Bond-ETFs iShares zugute kamen. Mit großem Abstand folgte bei Bonds State Street (SPDR). Die Amerikaner profitierten von der steigenden Nachfrage nach Schwellenländer-Bonds für lokale Währungen. 

Auf der Aktienseite musste iShares indes kräftig Federn lassen, vor allem aufgrund von Abflüssen aus DAX-, Euro Stoxx 50 und MSCI Japan-ETFs. Auch db X-trackers musste Abflüsse aus Aktienprodukten hinnehmen, was die primäre Ursache für die Negativbilanz der Deutsche-Bank-Tochter im April war. 

Gegen den allgemeinen Trend konnten dagegen Amundi und UBS von Zuflüssen bei Aktien-ETFs profitieren, die beiden Anbietern auch insgesamt eine positive Absatzbilanz für den April bescherten. Bei ETF-Securities hievten Zuflüsse in Gold-ETCs den Absatz in deutlich positives Terrain.

Tabelle: Die Absatzbilanz der größten 10 ETF-Anbieter

Über den Autor Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.