Der Mai war vor allem für Wachstumswerte ein Wonnemonat

Wie unser Morningstar Marktbarometer zeigt, übertrafen Nebenwerte durch die Bank Standardwerte. Aktien per Ende Mai überwiegend fair bewertet.

Fernando Luque 03.06.2016

Der insgesamt freundliche Aktienmonat Mai ist vor allem für Anleger in europäische Wachstumsaktien positiv ausgefallen. Nachdem Value-Aktien der Jahresanfangs-Korrektur zunächst schneller entstiegen waren, gewannen im Mai vor allem Growth-Werte, wie aus dem monatlichen Morningstar Marktbarometer hervorgeht. Unser monatliches Format misst die Performance des Morningstar Europe Developed Market Index, der die entwickelten Märkte Europas abbildet, und zwar gemäß seiner Style- bzw. Size-Bestandteile. Die untere Style-Box illustriert die Kurz- und Langfristige Performance der neun Aktiensegmente. 

Grafik: Der europäische Aktienmarkt in der Morningstar Style Box-Ansicht

Wie aus der oberen Grafik hervorgeht, schlossen alle neun Aktienmarktsegmente den Mai mit einem Plus ab. Ab besten entwickelten sich mittelgroße Wachstumswerte (Mid Cap Growth) mit einem Plus von 5,7%, gefolgt von den Bereichen Small Cap Growth und Large Cap Growth. Am schwächsten schnitten im Mai dagegen großkapitalisierte Substanzwerte ab, und zwar mit einem Plus von 1,7%. Auch Value-Nebenwerte entwickelten sich schwächer als ihre Blend- und Growth-Pendants. 

Bei Standardwerten fanden sich im Mai die größten Gewinner in zyklischen Sektoren, vor allem bei zyklischen Konsumwerten (beispielsweise Pandora AS, Taylor Wimpey PLC, Whitbread PLC, RTL Group SA) und Finanz-Aktien (Societe Generale SA, Deutsche Börse, Zurich und Schroders). 

Bei mittelgroßen Werten legten bei Financials vor allem die griechischen Banken Eurobank Ergasias SA und Alpha Bank AE zu, ansonsten fiel das Kursplus bei Gesundheitstiteln wie Stada, Ypsomed Holding, Carl Zeiss Meditec und GW Pharmaceuticals besonders hoch aus. 

Small Caps lieferten dagegen ein heterogenes Bild. Die größten Gewinner kamen aus den Sektoren Technologie (Saft Groupe SA), zyklischer Konsum (Restaurant Group), Versorger (Athens Water Supply & Sewerage) und Immobilien (Lamda Development). 

Rote Vorzeichen werden seit März aus Performance-Bilanz „gerollt“

Wie die obere Grafik auf der rechten Seite zeigt, finden sich ungeachtet der Aufholjagd seit März im laufenden Jahr noch einige rote Vorzeichen in unserer Neun-Felder-Matrix. Besonders groß ist das Minus noch bei Standardwerten Value (minus 3,8%) und kleinen Wachstumswerten (minus 1,7%). 

Der Blick auf die obere Grafik zeigt für die Jahresbilanz ein nach wie vor tiefrotes Bild bei Value-Aktien, während Wachstumswerte in der 12-Monatsbilanz weitgehend im Plus liegen. In der Dreijahresbilanz ist der Vorsprung von Growth vor Value einerseits und von Nebenwerten vor Standardwerten andererseits besonders groß. Die kumulierte Performance weist einen Vorsprung von satten 40 Prozentpunkten von Standardwerten Growth vor Standardwerten Value aus. Besonders dramatisch ist indes der Vorsprung bei kleinstkapitalisierten Aktien: Hier liegt der Growth-Stil sogar gut 100 Punkte (sic!) vor Value. 

Kommen wir zum Schluss zur Bewertung. Insgesamt sind europäische Aktien fair bewertet, wie der Blick auf das Kurs/Fair-Value Verhältnis (K/FVV) zeigt. Die Bewertungen liegen nicht fern der 1,0-Marke, die eine faire Bewertung widerspiegelt. Am günstigsten sind Standardwerte Value mit einem K/FVV von 0,93, während mittelgroße Growth-Aktien mit einem K/FVV von 1,05 am teuersten sind. 

Grafik: Europäischer Aktienmarkt ist überwiegend fair bewertet

Über den Autor

Fernando Luque

Fernando Luque  es el Senior Financial Editor de www.morningstar.es