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„Matthew“ erfordert keine Absenkung der Fair Value Schätzung für AIG

Auswirkungen des Wirbelsturms sind verkraftbar. Ertragsperspektiven für den Versicherer dürften sich künftig aufhellen.

Berichten zufolge könnte der Hurrikan Matthew in Florida sowie möglicherweise auch entlang der US-Ostküste erhebliche Schäden verursachen. Wir gehen davon aus, dass die von uns analysierten Schaden- und Unfallversicherer erhebliche Verluste erleiden werden, wenn sich die Prognosen der Meteorologen bewahrheiten. Allerdings halten wir die Auswirkungen für verkraftbar und rechnen nicht damit, dass der Hurrikan wesentlichen Einfluss auf unsere Fair-Value-Schätzungen haben wird. Unsere Bewertungsmodelle berücksichtigen bereits Grundsätzlich die Möglichkeit hoher Verluste durch Naturkatastrophen, auch wenn sich der Zeitpunkt jeweils unmöglich vorhersagen lässt. 

Grundsätzlich überwiegen nach wie vor die schlechten Nachrichten über die laufend steigende Rückstellungen, die AIG vornehmen muss. Die Unternehmensgeschichte AIGs zeigt klar auf, wie hartnäckig sich Probleme bei der Entwicklung von Rücklagen halten können. Die Probleme betreffen hier vor allem Policen, die noch vor 2005 ausgestellt wurden. Seit 2008 haben sich die Rückstellungen AIGs Jahr für Jahr weiter erhöht. Zuletzt musste das Unternehmen seine Rückstellungen um weitere 3,6 Mrd. USD erhöhen, was die Rentabilität im Jahr 2015 deutlich verminderte. Allerdings hat AIG seine Underwriting-Tätigkeit im inländischen Unfallversicherungsgeschäft inzwischen drastisch eingeschränkt. So sind die vereinnahmten Nettobeiträge seit dem 2006 erzielten Höchstwert um etwa 60% zurückgegangen. 

Angesichts des inzwischen verringerten Engagements ist es unserer Ansicht nach jedoch nur noch eine Frage der Zeit, bis AIG dieses Problem hinter sich lassen kann. Durch die Behebung dieses Problems könnte sich das Underwriting-Ergebnis auf ein Niveau verbessern, das eher dem der Konkurrenz entspricht. Für AIG bieten sich mehrere direktere Chancen zur Verbesserung der Ergebnislage. Das Unternehmen rechnet damit, seine allgemeinen Betriebsausgaben bis 2017 um 1,6 Mrd. USD (1,4 Mrd. USD nach Abzug von Reinvestitionen) zu verringern.

Erreicht werden soll diese Kostensenkung durch eine verstärkte Nutzung von Shared Services und Outsourcing, die Verlagerung der Geschäftstätigkeit an kostengünstigere Standorte und einen erhöhten Grad an Automatisierung. Bislang liegt AIG im Plan. Wir rechnen damit, dass sich die diesbezüglichen Verbesserungen vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung für Privatkunden bemerkbar machen werden. 

Der von uns taxierte faire Wert der AIG-Aktie beläuft sich auf 70 US-Dollar. Am Freitag, 7.10.2016 lag der Schlusskurs an der NYSE bei 60,06 US-Dollar. 

Wichtige Hinweise: Analysten von Morningstar müssen sich in ihrem Verhalten an den Ethikkodex, die Richtlinie für Wertpapierhandel und Offenlegung und die Richtlinie zur Integrität von Investment-Research von Morningstar halten. Nähere Informationen zu Interessenskonflikten erhalten Sie, indem Sie hier klicken.

Über den Autor

Morningstar Equity Analysts  Morningstar stock and fund analysts cover 2,000 mutual funds, 2,100 equities, and 300 exchange-traded funds.