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Erneut Vorteil für Nebenwerte

Unser monatlich berechnetes Morningstar Marktbarometer zeigt, dass Nebenwerte im September stärker zulegten als Standardwerte. Finanztitel und Healthcare-Aktien liegen erneut hinten, Rohstoffe und Technologie dagegen stark. Europäische Aktien fair bewertet.

Fernando Luque 10.10.2016

September war ein im Ergebnis ruhiger Monat am europäischen Aktienmarkt. Wie aus unserem monatlich berechneten Morningstar Marktbarometer hervorgeht, legten Nebenwerte dabei im Schnitt stärker zu als Standardwerte. Mit einem Plus von 1,7 Prozent (auf Euro-Basis) gewannen mittelgrosse Werte ohne klare Stilausrichtung („blend“) unter allen Segmenten unserer Neun-Felder-Matrix am deutlichsten. Kleinkapitalisierte Value-Aktien hatten mit einem Plus von 1,2 Prozent erneut einen starken Lauf. Im August hatten diese Aktien ebenfalls deutlich zugelegt. Standardwerte Value konnten allerdings nicht an die starken Vormonate anknüpfen und traten mit einem minimalen Plus von 0,2 Prozent praktisch auf der Stelle. 

Am schwächsten schnitten im September Large-Cap blend Aktien ab. Dieser Bereich wurde von Siemens, Intesa Sanpaolo, Nestlé und Bayer belastet. 

Wie bereits im Vormonat lagen alle Segmente unseres Marktbarometers, das kapitalgewichtet die Aktien im Morningstar Europe Developed Markets NR Index abbildet, im Plus, wenn auch überwiegend nur leicht. Das zeigt das obere Bild links in der unteren Grafik. Weiter rechts zeigt sich, dass Growth-Aktien in diesem Jahr per Ende September komfortabel im Plus liegen, wohingegen sich Value-Aktien mit Ausnahme mittelgrosser Nebenwerte überwiegend im Minus befinden. 

Auf Ebene der Einzelwerte konnte das Schwergewicht Rio Tinto PLC den wichtigsten Ergebnisbeitrag mit einem Plus von zehn Prozent liefern. Der abgelaufene Monat fiel für den Rohstoff-Aktiensektor deutlich positiv aus mit einem Plus von 4,1 Prozent (in Euro). BHP Billiton PLC und Glencore PLC lieferten mit einem Plus von 16,5 und 19,8 Prozent in diesem Sektor ungewichtet die beste Performance. 

Kommen wir nun zur Sektor-Ebene. Neben Rohstoff-Aktien zählte der Technologie-Sektor (plus 2,7 Prozent) ebenfalls zu den Gewinnern, vor allem dank SAP SE (plus 2,7 Prozent), Amadeus IT Group (7,9 Prozent) und ASML Holding NV (2,4 Prozent).

Indes schwächelte der Finanzsektor erneut, auch wenn er gewichtet nur um 0,9 Prozent nachgab. Die grössten negativen Ergebnisbeiträge lieferten die britischen Banken Lloyds Banking Group und Royal Bank of Scotland mit Verlusten von 9,7 bzw. 12,8 Prozent, auch wenn die Deutsche Bank (minus zwölf. Prozent) und auch die Commerzbank die Schlagzeilen dominierten. Auch der Healthcare-Sektor musste leicht nachgeben. Er verlor im abgelaufenen Monat 0,9 Prozent. Neben Bayer zählte Novo Nordisk mit einem Minus von zwölf Prozent zu den schwächsten Aktien.

Mit Blick auf die Bewertungen hat sich seit der August-Übersicht wenig getan. Insgesamt ist der europäische Aktienmarkt fair bewertet. Unser Marktbarometer misst die Bewertung der Aktien in den jeweiligen neun Feldern unserer Matrix. Dabei verwenden wir unsere hauseigene Bewertungskennziffer Price/Fair Value, P/FV (auf deutsch Kurs/Fair Value Verhältnis, K/FVV). Ein Wert von unter 1,0 signalisiert eine Unterbewertung, ein Wert grösser Null zeigt an, dass eine Aktie überbewertet ist, und K/FVV von 1,0 besagt, dass ein Unternehmen fair bewertet ist (lesen Sie hier mehr zu unserer Aktien-Research-Methodologie.

Value ist nach wie deutlich günstiger bewertet als Growth vor allem im Bereich der Standardwerte. Bei mittelgrossen Unternehmen ist es dagegen spiegelverkehrt: Growth-Aktien sind hier günstiger bewertet als Value.

 

Auf der Branchenebene sind die Sektoren Energie und Rohstoffe am teuersten mit einem P/FV von 1,44 bzw. 1,31. Am günstigsten waren per Ende September europäische Finanzwerte mit einem P/FV von 0,76 zu haben.

 

 

Über den Autor Fernando Luque

Fernando Luque  es el Senior Financial Editor de www.morningstar.es