Auch nach Kursverlusten drängt sich Bei Facebook derzeit kein Einstieg ein

Warnung vor verlangsamendem Umsatzwachstum und Investitions-Anforderungen dämpfen die hohen Erwartungen der Anleger.

Es kam bei Facebook so, wie es häufig kommt: Ein Unternehmen meldet Rekordzahlen, und dennoch stürzt die Aktie an der Börse ab. Was war passiert? Einerseits haben die jüngst veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal mit einem starken Anstieg bei Nutzerzahlen und Werbeeinnahmen die Erwartungen übertroffen. Diese Zahlen bestätigen aus unsere Einschätzung, dass Facebook einen grossen Wettbewerbsvorsprung geniesst. Das Unternehmen bleibt Marktführer bei den sozialen Netzwerken und ist einer der führenden Anbieter im Online-Anzeigenmarkt. 

Die meisten Anleger haben aber weniger auf die Vergangenheit geschaut, sondern auf die Prognose bzw. auf die notwendigen Schritte, die anstehen, um die Dynamik des Wachstums aufrecht zu erhalten. So geht Facebook davon aus, dass sich das Umsatzwachstum im kommenden vierten Quartal und im Kalenderjahr 2017 verlangsamen wird. Ausserdem muss Facebook weiter in Innovationen investieren, um sich noch stärker von Konkurrenten wie Snap Inc. abzuheben. Daher deutete die Unternehmensleitung an, dass die operativen Kosten 2017 möglicherweise schneller steigen könnten. 

Eine derartige Ankündigung erwarten wir schon seit einem halben Jahr. Wir behalten unsere Fair-Value-Schätzung von 127 USD für Facebook bei. Das grösste Risiko, mit dem sich das Unternehmen konfrontiert sieht, ist die ausschliesslich Konzentration auf Online-Werbung. Facebook würde hart getroffen, wenn die Online-Werbung nicht weiterwächst oder wenn mehr Werbemittel in andere Plattformen wie Google oder Snapchat fliessen würden. Einerseits. 

Andererseits ist diese eingleisige Strategie angesichts der Wettbewerbsvorteile von Facebook sehr ertragreich. Unverändert verbringen die Benutzer mehr Zeit auf Facebook als in jedem anderen sozialen Netzwerk. Damit verfügt die Plattform über das grösste Publikum und liefert die wertvollsten Daten für Online-Werbung in sozialen Netzen. 

Unmittelbar nach Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal verlor die Facebook-Aktie nachbörslich fast acht Prozent. Sie notierte auch bei Börsenschluss am Dienstagabend an der Nasdaq bei 124,22 US-Dollar und somit unter unserer Fair-Value-Schätzung von 127 US-Dollar. Dennoch würden wir vor einer Anlage in den Titel eine breitere Sicherheitsmarge abwarten.

Wichtige Hinweise: Analysten von Morningstar müssen sich in ihrem Verhalten an den Ethikkodex, die Richtlinie für Wertpapierhandel und Offenlegung und die Richtlinie zur Integrität von Investment-Research von Morningstar halten. Nähere Informationen zu Interessenskonflikten erhalten Sie hier.

 

 

 

 

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