Cisco startet enttäuschend, behauptet jedoch Vormachtstellung in der Datenvernetzung

Cisco legte einen enttäuschenden Start in sein Geschäftsjahr vor. Allerdings hat das Unternehmen gegenüber Konkurrenten wie HP einen Vorsprung bei der Datenvernetzung.

Der Umsatz im Dienstleister-Segment gab um 12% nach. Diese Schwäche zeigte sich auch in den meisten Kategorien; nur Routing und Security bildeten eine Ausnahme. Die Vorgaben der Unternehmensleitung für das kommende Quartal sind schwach, denn das Dienstleister-Segment dürfte auch dann noch keine Besserung zeigen. Wir behalten unsere Bewertung eines engen Wettbewerbsvorsprungs und unsere Fair-Value-Schätzung von 27 US-Dollar bei. Trotz eines Kursrückgangs nach Bekanntgabe der Zahlen halten wir die Aktie für überbewertet und würden vor einer Anlage eine größere Sicherheitsmarge abwarten. 

Der normalisierte Umsatz belief sich im Quartal auf insgesamt 12,4 Mrd. Dollar und legte somit gegenüber dem Vorjahr um 1% zu. Der Umsatz im Bereich Ethernet Switching ging gegenüber dem Vorjahr um 7,6% und gegenüber dem Vorquartal um 2,1% zurück – Kunden halten sich bei Upgrades von Campusnetzwerken weiterhin zurück. Trotz eines Zuwachses von 33% bei ACI-Produkten bereitet es uns weiterhin Sorge, dass Ciscos Basissegment Switching, besonders der Bereich Campusnetzwerke, durch kostengünstige Wettbewerber zunehmend unter Druck geraten wird.

Wir gehen weiterhin von einem langfristigen Rückgang aus. Das Routing-Segment des Unternehmens steigerte im Quartal seine Leistung (ein Plus von 16,5% im Vorjahresvergleich), doch rechnen wir im kommenden Quartal mit einer rückläufigen Entwicklung, da Carrier in andere Bereiche des Netzwerks investieren. Die jährliche Umsatzschrumpfung um 2,9% im Geschäftsbereich Datenzentren überrascht uns nicht, denn Unternehmen verlagern ihren Schwerpunkt weiterhin auf die Cloud und neue On-Premise-Architektur (Hyperkonvergenz). 

Was stimmt uns also grundsätzlich optimistisch? Immaterielle Vermögenswerte in der Form von Markenwert, Größenvorteile und erhebliche Umstellungskosten für Kunden verleihen Cisco einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil in seinen Kernmärkten für Switches und Router. Wir rechnen damit, dass das Unternehmen noch über Jahre hinweg einer der wichtigsten Anbieter am Markt bleiben wird. Cisco passt sich nicht nur sehr gut an Veränderungen bei Netzwerktechnologien an, sondern erweitert zudem sein Produktsortiment, um auf den Umstand einzugehen, dass Kunden vermehrt auf die Cloud sowie auf software-definierte Netzwerke setzen.

Ciscos vorherrschende Stellung in der Datenvernetzung ist eindeutig. Die Ethernet-Switches und Router des Unternehmens, bei denen Daten über lokale Computernetzwerke verschoben werden, gelten unter Netzwerkmanagern als das Nonplusultra. Gegenüber HP, Ciscos größtem Konkurrenten, genießt das Unternehmen bei Port-Lieferungen einen Marktanteilsvorteil von über 15%. Cisco gilt als Premium-Anbieter. Hierdurch ist das Unternehmen in der Lage, pro Port 50% mehr Umsatz zu erzielen als HP. 

Die Aktie von Cisco notierte am vergangenen Freitagabend an der Nasdaq bei 30,06 US-Dollar und somit deutlich über unserer Fair-Value-Schätzung von 27 US-Dollar.

Wichtige Hinweise: Analysten von Morningstar müssen sich in ihrem Verhalten an den Ethikkodex, die Richtlinie für Wertpapierhandel und Offenlegung und die Richtlinie zur Integrität von Investment-Research von Morningstar halten. Nähere Informationen zu Interessenskonflikten erhalten Sie hier.

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