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Furiose Aufholjagd im vierten Quartal versöhnt Value-Anleger mit dem Jahr 2016

Allerdings lagen kleinkapitalisierte Wachstumsunternehmen vor Substanzwerten. Das Morningstar Marktbarometer per Ende Dezember zeigt auch, dass europäische Aktien inzwischen durch die Bank überbewertet sind.

Fernando Luque 04.01.2017

Der Trend, der sich im November andeutete, wurde im Dezember eindrucksvoll bestätigt: Value-Aktien haben eine beachtliche Rally hingelegt und quer durch alle Kapitalisierungsgrössen (Large/Mid/Small) Wachstumsaktien hinter sich gelassen. Besonders markant war die Outperformance erneut im Standardwerte-Bereich. Wie aus unserem monatlich berechneten Morningstar Marktbarometer für europäische Aktien hervorgeht, legten Large Cap Value-Titel im Dezember (auf Euro-Basis) um satte 8,1 Prozent zu. Dagegen war der Anstieg bei den Growth-Pendants mit einem Plus von 4,3 Prozent deutlich weniger beeindruckend. 

Grund für die Value-Outperformance war die starke Performance von Ölwerten wie Royal Dutch Shell, British Petroleum und Total mit Kursgewinnen von jeweils rund zehn Prozent. Auch der Banken-Sektor erwies sich als Treiber für Value. So stiegen Banco Santander um 15 Prozent und BNP Paribas um 10,5 Prozent. Damit haben 2016 grosskapitalisierte Value-Aktien deutlich besser als Growth-Aktien abgeschnitten, was noch per Ende des ersten Halbjahres so nicht absehbar war. Anders hingegen das Bild bei den Nebenwertesegmenten. Hier stahlen Growth-Aktien den Substanzwerten 2016 die Schau – ungeachtet der ebenfalls deutlichen Outperformance von Value-Nebenwerten im Dezember.

In unserem monatlichen Format zerlegen wir den Morningstar Europe Developed Markets Index kapitalgewichtet in die Bestandteile unserer Aktien-Style Box, eine Neun-Felder-Matrix, die Aktien nach Grösse und nach Stil gliedert. Die untere Grafik lesen Sie von links nach rechts: Das linke Quadrat zeigt die Style Box Performance für den vergangenen Monat, das rechte für das abgelaufene Jahr.

 

Unser Marktbarometer misst auch die Bewertung der Aktien. Dabei verwenden wir unsere hauseigene Bewertungskennziffer Price/Fair Value, P/FV (auf Deutsch Kurs/Fair Value Verhältnis, K/FVV). Ein Wert von unter 1,0 signalisiert eine Unterbewertung, ein Wert grösser Null zeigt an, dass eine Aktie überbewertet ist, und K/FVV von 1,0 besagt, dass ein Unternehmen fair bewertet ist (lesen Sie hier mehr zu unserer Aktien-Research-Methodologie). Der sehr freundliche Abschluss des Jahres hat allerdings Folgen für die Bewertungen, wie die untere Grafik aufzeigt. Alle Bereiche unserer Neunfelder-Matrix zeigen eine Überbewertung an, auch wenn sie überwiegend nicht signifikant hoch ausfällt. Am teuersten sind Standardwerte, kleinkapitalisierte Aktien sind etwas günstiger zu haben.

 

Wie bereits oben angedeutet, waren Energieaktien und Finanztitel die Träger der starken Performance im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres. Im gesamten Jahr 2016 schossen indes Rohstoffaktien die Lichter mit einem Kurszuwachs von gut 40 Prozent aus. 

Ungeachtet der starken Performance zwischen Oktober und Dezember traten Finanzaktien 2016 auf der Stelle. Telekom-Aktien und Gesundheitstitel waren die Verlierer des vergangenen Jahres mit einem Minus von neun bzw. fünf Prozent. Auch Versorger und Immobilienaktien lagen 2016 leicht im Minus.

 

Diese Performance-Entwicklung spiegelt sich auch in den Bewertungen der Sektoren wider, die in der unteren Tabelle notiert sind. Mit einem Kurs/Fair Value Verhältnis von 1,29 waren Rohstoffaktien per Ende Dezember 2016 am teuersten, gefolgt von Industrie- und Energie-Aktien. Indes waren Telekom-Unternehmen mit einem KFVV von 0,89 im Schnitt am günstigsten zu haben. Auch die Unternehmen aus der vormals ambitioniert bewerteten Gesundheitsbranche lagen mit einem KFVV von 0,91 ebenfalls deutlich unter der 1,0-Marke.

Über den Autor Fernando Luque

Fernando Luque  es el Senior Financial Editor de www.morningstar.es