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Morningstar Marktbarometer im März: Alles steigt!

Unsere monatliche Auswertung zum europäischen Aktienmarkt zeigt, dass alle Stile und Kapitalisierungsgrössen kräftig zugelegt haben. Vor allem der Mid-Cap-Bereich deutlich überbewertet.

Fernando Luque 04.04.2017

Der europäische Aktienmarkt hat im März kräftig zugelegt, und so gut wie alle Marktsegmente haben von den steigenden Kursen profitiert: Wachstums- und Substanzwerte sowie Nebenwerte und Standardwerte: alles ist im März gestiegen, und das teilweise kräftig. Am besten konnten Aktien der Gruppe Small Cap Value mit einem Plus von 4,2 Prozent zulegen, gefolgt von grosskapitalisierten Standardwerten mit einem Plus von 3,9 Prozent. Am schwächsten entwickelten sich Small Cap Blend Aktien mit einem Plus von immerhin noch 2,4 Prozent (alle Daten sind auf Euro-Basis berechnet). Das geht aus dem Morningstar Marktbarometer für europäische Aktien für den Monat März hervor. 

In unserem monatlichen Format zerlegen wir den Morningstar Europe Developed Markets Index kapitalgewichtet in die Bestandteile unserer Style Box, eine Neun-Felder-Matrix, die Aktien nach Grösse und nach Stil gliedert. Die Grafik lesen Sie von links oben nach rechts unten wie folgt: Das linke Quadrat oben zeigt die Style Box Performance für den vergangenen Monat, das obere rechts für das laufende Jahr, unten links sind die 12-Monats-Renditen abgetragen, und unten rechts finden sich die kumulierten Dreijahres-Renditen.

Auch wenn heute noch immer das Stichwort „Reflations-Trade“ die Runde macht, sieht die Realität am europäischen Aktienmarkt doch anders aus. Performance-Spitzenreiter in diesem Jahr sind weniger die zyklischen Branchen, die man gemeinhin als Gewinner der neuen Wachstumshoffnung ausmacht, sondern eher die defensiven Branchen, die man typischerweise dem Schlagwort „Quality Growth“ zuordnet. Auch wenn im vergangenen Monat Value tendenziell vorne lag, haben in diesem Jahr Wachstumswerte in allen drei Kapitalisierungsgrössen doch recht deutlich die Nase in Europa vorn. Die Einjahres-Renditen legen indes durchaus noch Zeugnis darüber ab, dass Value-Aktien in den vergangenen zwölf Monaten vor ihren Growth-Pendants lagen. Das war vor allem der Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2016 geschuldet. 

Graphik: Das Morningstar Marktbarometer: Die Performance 

Was waren die Performance-Treiber im abgelaufenen Monat? Auf der Value-Seite stachen im März die grossen spanischen und französischen Banken hervor. BNP Paribas stiegen um 13,2 Prozent, Banco Santander legten um 11,5 Prozent zu, und auch BBVA (+ 17,7 Prozent), AXA (+ 8,9 Prozent) und Societe Generale (+ 13,5 Prozent) waren, kapitalgewichtet, die wichtigsten Performance-Quellen für Standardwerte Value. Auf der Growth-Seite konnten vor allem die spanische Inditex (+ 9,0 Prozent) und LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton (+ 8,7 Prozent) punkten.

So erfreulich die Märkte für Aktienportfolios sein mögen, Anleger sollten auch auf die Bewertungen achten. Zur Taxierung der Bewertungen verwenden wir unsere hauseigene Bewertungskennziffer Price/Fair Value, P/FV (auf Deutsch Kurs/Fair Value Verhältnis, K/FVV). Ein Wert von unter 1,0 signalisiert eine Unterbewertung, ein Wert grösser Null zeigt an, dass eine Aktie überbewertet ist, ein K/FVV von 1,0 besagt, dass ein Unternehmen fair bewertet ist (lesen Sie hier mehr zu unserer Aktien-Research-Methodologie).

Die freundliche Performance im März hat zu einem weiteren Anstieg der Bewertungen geführt. Wie die untere Grafik signalisiert, sind alle neun Felder unserer Matrix überbewertet. Am teuersten sind Mid-Cap Growth Aktien, die ein K/FVV von 1,12 aufweisen. Mit anderen Worten: Mittelgrosse europäische Aktien sind zwölf Prozent überbewertet. Large-Cap Value Aktien sind um sieben und mittelgrosse Substanzaktien um sechs Prozent überbewertet. Am günstigsten sind noch Large-Cap Blend Aktien zu haben, die nahe ihres fairen Werts notieren. 

Grafik: Das Morningstar Marktbarometer: Die Bewertungen 

Kommen wir nun in Kürze zur Betrachtung nach Branchen. Am besten lief es im März für Versorger mit einem Plus von 5,5 Prozent. Technologieaktien legten um 5,4 Prozent zu, und Finanzdienstleister stiegen um fünf Prozent. Immobilien-Aktien verbuchten mit einem Plus von 0,2 Prozent die niedrigsten Gewinne. 

Grafik: März-Performance nach BranchenMit Blick auf die Bewertungen sind Gesundheitsaktien und Telecoms mit einem K/FVV von 0,93 am günstigsten. Darüber hinaus notieren nur Immobilienaktien unter ihrem fairen Wert. Alle anderen Branchen sind mehr oder weniger deutlich überbewertet. Am teuersten sind aktuell Rohstoffaktien mit einem K/FVV von 1,33. Dieser Sektor ist also um 33 Prozent überbewertet. Es folgt mit gebührendem Abstand das Segment der Technologieaktien mit einem K/FVV von 1,21.

Graphik: Die Bewertung des europäischen Aktienmarkts nach Sektoren

 

Über den Autor Fernando Luque

Fernando Luque  es el Senior Financial Editor de www.morningstar.es