Europas Unternehmen punkten vor allem mit guter Umweltbilanz

Die Auswertung der drei ESG-Komponenten im Einzelnen zeigt, dass amerikanische Unternehmen in allen drei Bereichen weit zurückfallen. Bei Governance-Faktoren hapert es auch an einigen Stellen in Europa.

Dan Lefkovitz 05.05.2017

Im ersten Teil des Artikels zu unserem Sustainability Atlas haben wir die Top-down-Übersicht über die Nachhaltigkeitsbilanz von 46 Morningstar Länderindizes geliefert und dabei auch die Bedeutung von Kontroversen illustriert. Nun wollen wir die drei ESG-Komponenten im Einzelnen beleuchten. Kommen wir zunächst zur Umweltbilanz. Hier kommen Faktoren wie Schadstoffemissionen und andere Umweltbelastungen (etwa durch ineffiziente Müllentsorgung), Energieverbrauch usw. zum Tragen.

In diesem Teilbereich ist die Polarisierung besonders markant: Europäische Unternehmen zeigen mit Abstand die beste Umweltbilanz, der Rest des Index-Universums hinkt deutlich hinter her. Mit den Ausnahmen Südkorea, Australien und Südafrika werden die besten zwei Länderquintile ausschließlich von europäischen Unternehmen besetzt. Dagegen landet der US-Morningstar Index im dritten Quintil – wie auch unsere Börsenbarometer von Aktien aus Japan, Indien und Brasilien. 

Russland und China schneiden wie erwartet schlecht ab, werden allerdings von einigen südostasiatischen Ländern, vor allem jedoch von Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, deutlich unterboten. 

Grafik: Morningstar Sustainability Atlas: Die Umweltbilanz  

Wenig anders fällt die sozialen Bilanz auf Länderebene aus. Europa ist hier ebenfalls top. Die europäischen Indizes teilen die besten zwei Indexquintile mit der Ausnahme Australiens, Taiwans und Brasiliens untereinander auf. Die USA befinden sich erneut im dritten Quintil. Russland und die bereits erwähnten asiatischen Märkte schneiden erneut sehr schwach ab. 

Grafik: Morningstar Sustainability Atlas: Die soziale Bilanz  

 

Ein abweichendes Bild zeichnet die Governance-Bilanz. Wo werden die Grundsätze der guten Unternehmensführung am ehesten erfüllt? Zwar ragt auch im dritten ESG-Teilbereich Europa unter den 46 betrachteten Indizes heraus. Allerdings sind die westeuropäischen Unternehmen nicht so einsame Spitze wie in den anderen beiden Teilbereichen. Australien, Kanada, Kolumbien, Neuseeland und Südafrika finden sich ebenfalls in den ersten beiden Quintilen. 

Auffällig ist indes, dass die USA sogar im vierten Quintil landen und damit ähnlich schwach abschneiden wie Polen, Peru, Chile, Thailand und Taiwan. Auch das sehr schlechte Abschneiden Japans ist auffällig. Der Länderindex befindet sich in derselben Liga wie die Barometer Russlands und Chinas, wobei China von allen untersuchten 46 Indizes am schlechtesten abschneidet. Auch Griechenland zeichnet sich - wie auch schon in unserem ersten Nachhaltigkeits-Atlas - durch eine sehr schwache Governance-Bilanz aus. 

Grafik: Morningstar Sustainability Atlas: Die Governance-Bilanz  

 

 

Über den Autor

Dan Lefkovitz  Dan Lefkovitz is Content Strategist, Indexes Product Management.