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Machen die Saudis US-Rüstungskonzerne froh (und deren Aktionäre ebenso)?

Die vergangene Woche lieferte viele positive Schlagzeilen für US-Rüstungswerte, Bewertungen erscheinen jedoch recht hoch, und nicht alle vermeintlichen Deals sind in Stein gemeisselt. 

Die vergangene Woche lieferte zahlreiche positive Schlagzeilen für Rüstungswerte: Am 23. Mai stellte Präsident Trump sein Verteidigungsbudget vor, und im Rahmen seines Besuchs in Saudi-Arabien wurden Verteidigungsverträge für US-Auftragnehmer im Wert von 110 Mrd. USD unterzeichnet. Unter anderem wurden hierbei mehrere Rüstungsverträge mit Lockheed, Raytheon, Boeing und General Dynamics unterzeichnet. Ein Grund, jetzt bei diesen Aktien zuzugreifen?

Nicht unbedingt. Die von uns analysierten Verteidigungswerte erscheinen uns fair bzw. sogar ambitioniert bewertet: Im Schnitt liegt der Kurs im Durchschnitt beim 1,04-Fachen des beizulegenden Zeitwerts, während sich der durchschnittliche Unternehmenswert auf das 11,5-fache des erwarteten EBITDA beläuft. Das ist deutlich über dem historischen Sektordurchschnitt von 8,0.

Raytheon aus Bewertungssicht der attraktivste Wert

Aus Bewertungssicht gefällt uns Raytheon am besten. Die Aktie wird zu einem leichten Abschlag auf unsere Fair-Value-Schätzung von 168 USD je Aktie gehandelt. Unter den vier betrachteten Verteidigungs-Unternehmen verfügt Raytheon allerdings nur über einen engen Wettbewerbsvorsprung, der sich im Narrow Moat Rating Rating ausdrückt. Boeing General Dynamics und Lockheed Martin haben demgegenüber jeweils ein Wide-Moat Rating. Lockheed weist als einziger der vier Konzerne einen positiven Moat-Trend auf.

Blicken wir etwas genauer auf die Abkommen, die Donald Trump in Saudi-Arabien unterzeichnet hat. Viele dieser Vertragsabschlüsse folgen auf eine mehrjährige Vorbereitungsarbeit und haben bereits das Meldeverfahren des Kongresses durchlaufen. Daher gehen wir davon aus, dass sie möglicherweise bereits 2018 umgesetzt werden könnten.

Bei einigen der Abschlüsse handelt es sich allerdings nicht um konkrete Verträge, sondern vielmehr um allgemeine Absprachen, die es den Parteien erst ermöglichen, in konkrete Verhandlung zu treten. Der Gesamtwert könnte während der nächsten 10 Jahre auf 350 Mrd. USD steigen. Wir sind angesichts unseres pessimistischen Ausblicks für den Ölpreis und des bereits knappen Haushaltsbudgets der Saudis jedoch skeptisch, ob alle nicht bindenden Vereinbarungen wirklich zu Lieferungen führen werden.

Lockheed am besten Positioniert

Wir sehen Lockheed als den grossen Gewinner: die vereinbarten Transaktionen beziehen sich auf Raketenabwehrsysteme (THAAD), Überwasserschiffe (LCS), Hubschrauber (S-70) und taktische Flugzeuge. Viele Branchenbeobachter gehen davon aus, dass mit den taktischen Flugzeugen Kampfflugzeuge des Typs F-16V oder (aus unserer Sicht eher unwahrscheinlich) F-35 gemeint sind.

Wir interpretieren den Wortlaut der Pressemeldung Lockheeds jedoch dahingehend, dass es sich um Transportflugzeuge des Typs C-130J handeln dürfte. Neben den Rüstungsabkommen hat Boeing eine Vereinbarung unterzeichnet, die die Aufnahme von Verhandlungen über den Kauf von 16 Großraumflugzeugen ermöglicht. Wenn sich hieraus Bestellungen für die 777 ergeben, die Boeing benötigt, um die Produktionslücke zur neuen 777X zu schliessen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Aktie haben.

Tabelle: US-Rüstungskonzerne in der Übersicht

Wichtige Hinweise: Analysten von Morningstar müssen sich in ihrem Verhalten an den Ethikkodex, die Richtlinie für Wertpapierhandel und Offenlegung und die Richtlinie zur Integrität von Investment-Research von Morningstar halten. Nähere Informationen zu Interessenkonflikten erhalten Sie hier.

Über den Autor

Morningstar Equity Analysts  Morningstar stock and fund analysts cover 2,000 mutual funds, 2,100 equities, and 300 exchange-traded funds.