Wenn Sie mit der Nutzung dieser Website fortfahren, stimmen Sie dem Einsatz von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Lesen Sie hier mehr über unsere Cookie Policy und welche Arten von Cookies wir verwenden.

Japan ETFs: Der TOPIX diversifiziert am besten

Anlässlich der neuen qualitativen ETF-Ratings nehmen wir uns die wichtigsten Index-Underlyings für Japan-ETFs vor.   

Ali Masarwah 20.09.2017

In der vergangenen Woche gab es Bewegung bei den qualitativen Indexfonds-Ratings in der Kategorie „Aktien Standardwerte Japan“. Vier Indexprodukte wurden abgestuft. Inzwischen halten der DBXT MSCI Japan ETF, UBS ETF MSCI Japan sowie der Vanguard Japan Stock Index, ein nicht-börsenkotierter Indexfonds, jeweils nur noch das Morningstar Analyst Rating „Bronze“. Zuvor waren die drei Produkte mit „Silver“ benotet. Zudem wurde der iShares MSCI Japan ETF USD Dist von „Bronze“ auf „Neutral“ heruntergestuft.

Zwei ETFs wurden neu bewertet. Der Amundi ETF Japan TOPIX JPY A/I und der Lyxor Japan TOPIX DR ETF D-EUR A/I halten nunmehr jeweils ein „Silver“-Rating.

Unverändert blieben die Ratings folgender Produkte: Amundi ETF Jpx Nikkei 400 („Bronze“), iShares Core MSCI Japan IMI ETF und Vanguard FTSE Japan ETF (jeweils „Gold“). Zu den Details der bewerteten Japan-ETFs am Markt lesen Sie die untere Tabelle.

Tabelle: Übersicht über die grössten Japan-ETFs mit qualitativen Ratings 

Aufmerksame Leser werden sich bereits eine mentale Notiz gemacht haben: Hängen die Rating-Veränderungen mit dem abgebildeten Index zusammen? Die Antwort hierauf: in erster Linie: ja. Doch kommen wir zunächst zum einzigen ETF, der mit „Neutral“ bewertet ist. Der iShares MSCI Japan ETF ist mit laufenden Gebühren von 59 Basispunkten jährlich der mit Abstand teuerste Japan-Indexfonds unserer Auswahl, erst Recht, seitdem Xtrackers im Frühjahr 2017 die Gebühren für seinen DBXT MSCI Japan von 50 auf 30 Basispunkte gesenkt hat. Anlegern ist dieser Umstand nicht verborgen geblieben. In diesem Jahr haben sie gut 330 Millionen Euro aus diesem ETF abgezogen, mehr als aus jedem anderen Japan-ETF in Europa. (2016 war es ähnlich: der iShares MSCI Japan ETF verlor rekordverdächtige 750 Millionen Euro; ETF-Anleger sind nun einmal preissensitiv.)

Doch der wichtigste Grund für die Abstufungen waren Nachteile beim Underlying. Bei den vier Produkten handelt es sich um ETFs, die den MSCI Japan abbilden. Mit der zunehmenden Produkt- und Indexvielfalt hat unsere Überzeugung für den MSCI Japan als Underlying für Investments gelitten. Auch wenn der MSCI Index mit derzeit rund 320 Aktien 85 Prozent der frei handelbaren Marktkapitalisierung des japanischen Aktienmarkts abbildet, so gibt es immer mehr bessere Indizes bzw. passive Investments.

FTSE Japan hat Vorteile gegenüber dem MSCI Japan

Hier kommt der FTSE Japan Index ins Spiel: Dieser ebenfalls kapitalisierungsgewichtete Index umfasst rund 500 Aktien, also rund 180 mehr als im MSCI-Pendant vertreten sind. Doch noch wichtiger als die blosse Anzahl an Aktien ist die Tatsache, dass der Index in die Region der Nebenwerte vordringt. Damit wird er repräsentativer für Investoren, und da die meisten europäischen Anleger nicht explizit auf japanische Nebenwerte setzen werden, ist dieser zusätzlich Schapps an Diversifikation willkommen. Damit wird deutlich, warum der Vanguard FTSE Japan ETF das höchstmögliche Rating „Gold“ hält.

Es gibt einen weiteren ETF, der das Analyst Rating „Gold“ hält: der iShares Core MSCI Japan IMI ETF USD Acc. Der Grund hierfür verbirgt sich hinter dem Kürzel „IMI“. Das steht für „investable market index“. Der MSCI Japan IMI ist breiter angelegt als der MSCI Japan. Er umfasst rund 1.200 Aktien und enthält auch kleinstkapitalisierte Aktien. Insgesamt deckt er 99 Prozent der frei investierbaren Marktkapitalisierung des japanischen Markts ab. Der iShares Core MSCI Japan gehört im Gegensatz zu seinem teuren Cousin mit Kosten von 20 Basispunkten zu den günstigsten passiven Japan-Produkten.

Topix ist Top für die Diversifikation

Damit kommen wir zu den beiden neu bewerteten Japan-ETFs. Sie bilden den Topix-Index ab („Topix“ steht „Tokyo Stock Price Index“. Sowohl der Lyxor Japan TOPIX DR ETF als auch der Amundi ETF Japan Topix wurden aus dem Stand mit „Silver“ benotet. Der Topix ist mit 1.900 Aktien der mit Abstand am breitesten angelegte Japan-Index. Interessant ist, dass Lyxor, ein Anbieter mit Swap-Schwerpunkt, diesen Index weitgehend physisch abbildet (Amundi repliziert den Topix dagegen mittels eines TR Swap).

Nicht von ungefähr bewerten wir keine ETFs, die den Nikkei 225 abbilden. Dieser Index ist gewissermassen aus der Zeit gefallen. Er gewichtet die Bestandteile nach ihrem Kurs und nicht nach der Marktkapitalisierung der Unternehmen. Er weicht damit vom inzwischen gängigen Indexkonstruktionsprinzip deutlich ab. (Der Dow Jones Industrial Index 30 ist ein weiterer Vertreter dieser heute seltenen Spezies.)

In eine ganz andere Kategorie fällt der Amundi ETF Jpx-Nikkei 400. Das Underlying hat wenig mit dem Kursgewichteten Nikkei 225 zu tun. Der JPX Nikkei 400 wird erst seit 2014 berechnet und ist nach Qualitäts-Kriterien gewichtet, etwa nach der Eigenkapitalrendite, dem operativen Gewinn und Corporate-Governance-Merkmalen japanischer Unternehmen. Entsprechend bewerten wir die beiden ETFs auf diesen (Strategic Beta) Index mit „Bronze“. Mit 18 Basispunkten zählt der Amundi ETF Jpx-Nikkei 400 zudem zu den günstigsten Produkten am Markt. Der Lyxor JPX – Nikkei 400 DR kostet mit 25 Basispunkten nicht viel mehr.

 

Über den Autor Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.