Europäische Aktien: Gut trifft günstig

Es ist heute nicht leicht, unterbewertete Qualitätsaktien zu finden. Wir haben geschaut, welche europäischen Unternehmen, die von unseren Aktienanalysten einen Wettbewerbsvorteil aufweisen und auch über hohe Aktien-Sterne-Ratings verfügen. 

Jocelyn Jovène 06.12.2017

Unser Aktien-Research folgt der Annahme, dass sich der intrinsische Wert eines Unternehmens aus den Zahlungsströmen ergibt, die es in der Zukunft erwirtschaften kann. Ziel des Morningstar Aktien-Ratings ist die Identifizierung von Aktien, die mit einem Abschlag bzw. zu einem Aufschlag gegenüber ihrem intrinsischen Wert (bzw. um die Terminologie von Morningstar zu verwenden: gegenüber ihrer „Fair Value-Schätzung“) gehandelt werden. Aktien, die ein Rating von fünf Sternen erhalten, weisen auf risikobereinigter Basis den höchsten Abschlag gegenüber ihrem Fair Value auf, während Ein-Sterne-Aktien zu einem Aufschlag gegenüber ihrem intrinsischen Wert gehandelt werden und Anlegern einem Verlustrisiko aussetzen.  

Das nachfolgende Screening wurde zum 1. Dezember aktualisiert und bringt 35 europäische Unternehmen zusammen, die laut unserer Einschätzung sowohl einen Wettbewerbsvorteil aufweisen ("Narrow Moat" und "Wide Moat" mit entweder stabilem oder positivem Ausblick) als auch unterhalb ihres fairen Werts notieren. Sie sind folglich mit 4 oder 5 Sternen bewertet (lesen Sie hier mehr zu unserem Aktien-Research).

Tabelle: Unterbewertete europäische Aktien in der Übersicht

Im Durchschnitt handeln die Titel unserer Liste mit einem Abschlag von 18% auf den Fair Value. Dieser Durchschnittswert entspricht einer Prämie von 8 % für das gesamte Universum der europäischen Aktien (276 Unternehmen), die an den Börsen beheimatet und gehandelt werden und die von unseren Aktienanalysten bewertet werden.

Einige Branchen bieten höhere Abschläge auf den fairen Wert. Das gilt für Kommunikationsdienstleistungen (22%), Gesundheitswesen (21%), Industrie (19%) und Finanzdienstleistungen (18%).

Im Telekommunikationssektor spiegelt der Abschlag die fehlende Branchenkonsolidierung, die Unsicherheit über die künftige Dividendenentwicklung (Trennung zwischen Ausschüttungsquote und Ertragsentwicklung) und die unterschiedlichen Wege der Telekommunikationsbetreiber in Bezug auf die Ertragsgenerierung (niedrige Kosten versus höhere Servicequalität) wider. Das wirkt sich auf die Rendite des investierten Kapitals aus.

Im Gesundheitssektor stehen Investoren politischen Risiken und Änderungen der US-Regulierung nach wie vor skeptisch gegenüber. Es gibt auch einige Unsicherheiten bezüglich der F&E-Pipeline bei bestimmten europäischen Unternehmen (Roche) oder Fragen zu Betrieb und Bewertung (Novartis). Dennoch hat der Sektor eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen, von denen wir glauben, dass sie einen ökonomischen Wettbewerbsvorteil aufweisen, der sich langfristig positiv auswirken wird.

Der Industriesektor ist in Bezug auf Equity Stories vielfältiger. Babcock International ist dort mit 35% Rabatt auf FVE am meisten unterbewertet, gefolgt von Philips (20%) und Smith Group (16%).

Im Consumer-Bereich sind die am meisten unterbewerteten Unternehmen in der Automobilindustrie (BMW), der Werbebranche (WPP und Publicis). Einige defensive Namen sind auch vertreten, die allerdings nur mit einem begrenzten Abschlag auf ihren fairen Wert notieren (Imperial Brands, Reckitt Benckiser und Unilever).

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Über den Autor Jocelyn Jovène

Jocelyn Jovène  Jocelyn Jovène ist Redakteur für Morningstar in Frankreich.