Wie US-Strafzölle europäische Maschinenbauer treffen würden

Der Fair Value von Schindler, Copco, GEA und Co. könnte um bis zu fünf Prozent sinken.

Die Auswirkungen von Strafzöllen im Stahlbereich durch die US-Administration würde die Hersteller von Investitionsgütern in Europa zwar nicht existenziell gefährden, aber wir stellen uns darauf ein, dass die Fair Value Schätzungen für Unternehmen wie Schindler, SKF, Atlas Copco, Assa Abloy, Alfa Laval und GEA Group um bis zu fünf Prozent sinken könnten. 

Die Bandbreite der Umsatzexponierung der von uns analysierten Unternehmen in Nordamerika beträgt 20% bis 40%, wobei der größte Teil davon aus den USA stammt. Allerdings dürften nur 40% bis 70% der Einnahmen auf Geräte und der Rest auf Dienstleistungen entfallen. Während die Details der geplanten Tariferhöhungen unklar sind und die Unternehmen selbst noch ihre interne Analyse durchführen, haben wir Szenarioanalysen vorgenommen, um die möglichen Auswirkungen auf unsere Fair Value Schätzungen zu ermitteln. 

Unter Verwendung des Nordamerika-Ertragsexposures jedes Unternehmens modellierten wir eine 25%ige Tariferhöhung auf 25% des Nordamerika-Exposures. Wir betrachten dies als eine konservative Schätzung, da Stahl nicht der einzige Input für die meisten produzierten Güter ist. Unter der Annahme, dass die Zölle für die Dauer von drei Jahren erhoben werden, sehen wir einen negativen Einfluss von  bis zu 5% auf unsere Schätzungen. 

Da die Tarife und Details der angekündigten Maßnahmen der Trump-Administration jedoch noch nicht endgültig sind, nehmen wir derzeit keine Änderungen an unseren Schätzungen vor. Wir erwarten auch, dass die Unternehmen einen Teil der Tariferhöhungen durch Preiserhöhungen kompensieren, wie sie es bei früheren Rohstoffkostensteigerungen getan haben. 

Unternehmen werden ihre Kosten teilweise an Kunden weitergeben

Die meisten europäischen Unternehmen auf unserer Coverage-Liste haben bereits im letzten Jahr mit einem Anstieg der Stahlpreise um 30 bis 40% zu kämpfen gehabt, zum Teil ohne eine vollständige negative Margenabsorption. Durch die Nutzung ihrer Größe und ihrer Preismacht bei Lieferanten und Kunden konnten sie die höheren Kosten teilweise, wenn auch nicht vollständig, kompensieren. 

Ausrüster wie Atlas Copco und Aufzugsfirmen wie Schindler und Kone kaufen Komponenten von mehreren Zulieferern, die oft bereit sind, einen Teil der negativen Margenauswirkungen von Rohstoffpreiserhöhungen aufzufangen. Anders ausgedrückt: Je weiter das Unternehmen in der Lieferkette nachgeschaltet ist, desto geringer ist die direkte Abhängigkeit von den Rohstoffschwankungen und desto geringer sind die Auswirkungen auf die Margen. 

Der andere Hebel ist der Preis, und die meisten von uns abgedeckten, mit Ausnahme der chinesischen Tochtergesellschaften, haben im vergangenen Jahr erfolgreich Preiserhöhungen weitergegeben. Dies war leichter, als vor es vor drei Jahren gewesen wäre, da wir uns inmitten des Zyklus befinden und die Nachfrage nach den meisten Investitionsgütern einen starken Rückenwind hat.

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