Morningstar Fund Awards 2019: Die Fund House Awards

Bei den Fund House Awards 2019 haben wir die besten Fondshäuser in der Schweiz in den Asset-Klassen "Aktien" und "Obligationen" prämiert - und auch den besten Allrounder ausgemacht. 

Ali Masarwah 14.03.2019

Wer hat die besten Fonds am Schweizer Markt? Die Antwort führt zu den Gewinnern der Morningstar Awards 2019. Am 14. März wurden in Zürich die besten Fondsgesellschaften und die besten Fonds mit den „Morningstar Fund Awards Switzerland 2019“ ausgezeichnet.

Ein Höhepunkt der alljährlichen Morningstar Awards ist die Prämierung der besten Fondsanbieter im Rahmen der Fund House Awards (hier gelangen Sie zu den Category Awards, in denen wir herausragende Fonds prämieren, lesen Sie hier mehr zur Methodologie der Awards-Berechnung). Kommen wir zum Award für die besten Fondshäuser. In diesem Jahr lauten die Gewinner Unigestion, T. Rowe Price und First State.    

Tabelle: Die Gewinner der Morningstar Fund House Awards 2019

Best Fund House: Equity 

Der Gewinner des Awards „Best Fund House: Equity“ ist Unigestion, ein Asset Manager mit Sitz in Genf. Der französische ETF-Anbieter Ossiam und First State belegten die Plätze zwei und drei. Unigestion befindet sich unverändert im Besitz des Senior Managements. Das Haus verwaltet Private Equity-, Alternative-, Multi Asset-, und Aktienfonds. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Aktienmandaten, in denen die Hälfte des verwalteten Vermögens steckt. Das gilt vor allem für Publikumsfonds. Für die Awards 2019 wurden sechs Aktienfonds des Hauses in die Auswertung einbezogen. 

Das Unternehmen zeichnet sich insgesamt durch Stabilität aus und besitzt eine starke Investmentkultur. Zentrales Merkmal aller Strategien ist der Fokus auf einen einheitlichen Risikomanagementprozess. Auch wenn Unigestion in letzter Zeit verstärkt neue Fonds aufgelegt hat, bleibt die Produktpalette auf die Expertise des Unternehmens konzentriert. Das wird auch dadurch gewährleistet, dass das Investmentteam regelmäßig verstärkt wird, wenn neue Fonds aufgelegt werden. Unigestion zeichnet sich auch durch ein positives Arbeitsumfeld aus, in dem die Zusammenarbeit zwischen den Teams gefördert wird. 

Die große Rolle der Fondsmanagement-Teams reduziert das Schlüsselpersonen-Risiko. Die Vergütungsstruktur ist zudem dazu angetan, die Interessen der Firma mit denen der Investoren in Einklang zu bringen; die Bonus-Regelung sieht vor, dass Portfoliomanager und Analysten einen Teil ihrer variablen Vergütung in Fondsanteilen erhalten. Auch das fördert prinzipiell die Team-Stabilität, auch wenn es in der jüngsten Vergangenheit Abgänge im Equity-Team zu beobachten war. Schließlich werden die Kapazitätsgrenzen auf Strategie-Ebene definiert, ein weiterer Nachweis, dass Investoren wie langfristige Partner behandelt werden. 

Per Ende Februar belief sich das verwaltete Vermögen in europäisch domizilierten Fonds auf gut zehn Milliarden Euro, von denen knapp 90 Prozent in Aktienfonds steckten. Knapp 60 Prozent der Assets stecken in Fonds mit einem Vier- oder Fünf-Sterne-Rating. Überdurchschnittlich gut falle auch die Morningstar Analyst Ratings aus. 40 Prozent der Fonds-Assets befinden sich in Produkten mit einem „Gold“-Rating, 28 Prozent elf Prozent sind in Fonds mit „Silver“- oder „Bronze“-Ratings investiert. 

Best Fund House: Fixed-Income 

Der Gewinner des Awards „Best Fund House: Fixed Income“ ist T. Rowe Price. Fidelity und Capital Group belegten Platz zwei bzw. drei. Das Haus verwaltet in den USA Assets in Höhe von gut 1,2 Billionen Euro, in Europa sind es 40 Milliarden Euro und in Asien/Ozeanien gut zehn Milliarden Euro. Damit zählt der Asset Manager in seinem Heimatmarkt zu den größeren Häusern, in Europa ist er indes bisher nicht über den Status einer „Boutique“ hinausgewachsen. Aber die entscheidende Info für europäische Anleger ist: T. Rowe Price mag zwar klein sein, aber die Fondspalette ist bestechend gut. 

In Europa sind gut ein Viertel der Gelder in Investmentfonds in Rentenprodukten investiert, knapp dreiviertel der Assets sind in Aktienfonds angelegt. Für die Fund House Awards flossen die Daten zu acht Rentenfonds in die Auswertung ein. 

Aber auch auf Firmen-Ebene halten wir große Stücke auf T. Rowe Price; das Haus zählt zu den besten Asset Managern, die wir qualitativ bewerten. Der Erfolg des Unternehmens basiert auf seiner Expertise im aktiven Asset Management. Investoren profitieren von der typischerweise langen Betriebszugehörigkeit der Fondsmanager, und kommt es zu wechseln, sind diese gut vorbereitet und umgesetzt. Typisch für T. Rowe Price sind auch die gemäßigten Kosten und die Volumensbegrenzung der Strategien. 

Viele der Top-Führungskräfte, darunter CEO Bill Stromberg, sind aus den Reihen der Analysten aufgestiegen, was dazu beiträgt, dass der Fokus auf den Investoren liegt. (Was nicht im Gegensatz dazu steht, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren seine Vertriebspräsenz außerhalb der Vereinigten Staaten ausgebaut hat und seine technologischen Ressourcen stärkt.) 

Die Geschäftsexpansion des Hauses äußerte sich auch im Ausbau der Investmentseite. So ist jüngst das Multi-Asset-Team gewachsen. Trotz derzeitigen Gegenwinds für aktive Manager bleibt T. Rowe ein Powerhaus und hat seine Stärken vor allem bei US- und internationalen Aktien. Da – abgesehen von den High Yield und Muni-Bond Bereichen – das Angebot auf der Fixed Income-Seite bisher solide aber wenig bemerkenswert war, ist der Erfolg bei den Fund House Awards für das beste Fixed Income Haus umso beachtlicher.

Die Qualität der Produkte wird anhand der Verteilung der Morningstar Ratings deutlich; knapp 60 Prozent der europäischen Assets sind in Vier- oder Fünf-Sterne-Fonds investiert. Bei den Morningstar Analyst Ratings stecken 40 Prozent der europäischen Fondsgelder in Produkten mit „Gold“, „Silver“ oder „Bronze“-Ratings. 

Best Fund House: Overall 

First State gewinnt den Award für den besten All-Rounder. Platz zwei für die „Fund House Awards: Overall“ geht an T. Rowe Price, Platz drei an Robeco. Die Australier haben 38 Fonds für die Schweizer Awards ins Rennen geschickt, 31 Aktien- und sieben Obigationenfonds. In Europa dominiert eindeutig die Aktienseite: gut 95 Prozent der Assets befinden sich in Aktienfonds, Rentenfonds machen drei Prozent des verwalteten Vermögens aus. 

Das Haus hat traditionell einen Fokus auf Schwellenländer-Aktien. Die Qualität der Fondspalette wird auch anhand des Sterne- und des Analyst-Ratings deutlich: Gut 90 Prozent der europäischen Assets stecken in Fonds mit einem Vier- oder Fünf-Morningstar Sterne- Rating. Besonders gut schneiden Aktienfonds ab. Vermögensgewichtet bringen es die Aktienfonds auf durchschnittlich 4,7 Sterne. Auch Obligationen- und Mischfonds schneiden im Sterne-Rating überdurchschnittlich ab. 

Positiv fällt auch die Bilanz der First State Fonds im Analyst Ratings aus; deutlich über 80 Prozent der Assets sind in Fonds mit einem Morningstar Analyst Rating „Gold“, „Silver“ oder „Bronze“ investiert.

Zuletzt standen First State Veränderungen ins Haus. Der Asset Manager Colonial First State wird von seiner Muttergesellschaft Commonwealth Bank of Australia abgespalten und an Mitsubishi UFG Trust and Banking Corporation verkauft. Auch wenn der Käufer erklärte, Colonial First State Stewart als unabhängiges Haus weiterzuführen, was wir positiv bewerten, so bringen Transaktionen wie diese immer einen Grad an Unsicherheit mit sich. Das hat ein „Neutral“ Rating für First State als Asset Manager zur Folge. 

Die Analysen in diesem Artikel basieren auf unserem Tool für professionelle Anleger. Weitere Informationen zu Morningstar Direct erhalten Sie hier

Über den Autor

Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.

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