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Einflüsse auf Anleiherenditen

Der zweite Teil der Morningstar-Serie zu Anleihen und Anleihefonds untersucht die Faktoren, die Einfluss auf den Kurs einer Anleihe haben.

Die Rendite, die ein Anleger oder Fondsmanager mit einer Anleihe erzielen, setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: die Zinsausschüttung durch die Kupons und die Rückzahlung des Nennwerts bei Fälligkeit.

Die Zinsausschüttungen entschädigen den Anleger dafür, dass beispielsweise die € 100, die in Form einer Anleihe in 2001 verliehen wurden, bei Fälligkeit im Jahr 2011 weniger Kaufkraft haben als heute. Dies ist natürlich auf die Inflation zurückzuführen.

Die Preise steigen im Laufe der Zeit, so dass ein Anleger sicherstellen muss, dass er nicht nur seine € 100 zurück erhält, sondern auch einen Inflationsausgleich und nach Möglichkeit etwas mehr. Wenn die Inflationsrate etwa bei 2,5 Prozent liegt, so benötigt ein Anleger mit einem Renditeziel von real 4,5 Prozent eine Anleihe mit einem Kuponzinssatz von sieben Prozent.

Anleihen verkaufen

Ein Fondsmanager, der eine Anleihe bis zur Fälligkeit hält, weiß, welchen Kurs er dafür erhält. Er kann die Anleihe jedoch auch schon vorher auf dem offenen Markt verkaufen. Welchen Preis er dafür erzielt, ist abhängig von der Rendite bis zur Fälligkeit (auch effektive Rendite genannt). Dies ist der Maßstab dafür, was der Markt zu zahlen bereit ist.

Die Rendite bis zur Fälligkeit beschreibt, wie viel Zugewinn der Anleger zwischen jetzt und später erwarten kann. Der Investor muss entscheiden, wie viel er für zukünftige Geldrückflüsse zu zahlen bereit ist – die Zinsausschüttungen plus den Wert der Anleihe bei Rückzahlung.

Kurs und Zinsrendite von Anleihen stehen im einem umgekehrten Verhältnis zueinander. Wenn die Zinsen steigen, fallen die Anleihenkurse. Sinken die Zinsen, so ziehen die Kurse an.

Zinsen

Wenn die Aktienmärkte schwächeln oder die Konjunktur sich im Abschwung befindet, werden Anleihen beliebter. Dies liegt daran, dass sich die Kurse der Anleihen in umgekehrter Richtung zu den Zinsen bewegen. In schwachen Konjunkturphasen senken die Zentralbanken nämlich oft die Leitzinsen, um das Wirtschaftswachstum zu fördern.

Wenn jedoch die Zinsen wieder anziehen, meist zur Verhinderung von Inflation, dann fallen wiederum die Anleihenkurse.

Währungsrisiko

Ein weiterer, die Rendite beeinflussender Faktor ist das Währungsrisiko für den Anleger. Deutsche Anleger können Anleihen in fast allen frei handelbaren Währungen der Welt erwerben, vorherrschend sind jedoch Euro und US-Dollar.

In Fremdwährung denominierte Anleihen bergen ein zusätzliches Risiko für den Anleger. Ihre Rendite richtet sich nicht nur nach der Bonität (Kreditwürdigkeit) des Emittenten. Auch die Kursschwankungen der jeweiligen Währung im Vergleich zum Euro können die letztendliche Rendite oft entscheidend beeinflussen.

Reaktionen der Fondsmanager

Für den Erfolg eines Anleihenfondsmanagers ist entscheidend, dass er oder sie stets vorausschauend agiert. Die Zeitungen mögen voll von deprimierenden Wirtschaftsnachrichten wie Entlassungsmeldungen und Gewinnwarnungen sein. Wenn jedoch die Zukunftsaussichten ganz langsam positiver werden, könnte ein Fondsmanager eher auf etwas riskante Unternehmensanleihen setzen als auf sichere öffentliche Papiere.

Genauso könnte ein Fondsmanager beim ersten Anzeichen auftauchender Probleme in konservativere Anlagen wechseln, solange deren Kurse noch attraktiv sind.
Über den Autor

Morningstar.co.uk Editors  analyse and report on shares, funds, market developments and good investing practice for individual investors and their advisers in the UK.