Standardwerte sind nicht immer Standard

Standard- oder Substanzwerte gelten als langfristiges, konservatives Investment. Dennoch ist es nicht empfehlenswert, ausschließlich auf die Blue Chips zu setzen. Um Chancen und Risiken richtig zu streuen, lohnen sich mittelgroße und Nebenwerte als Beimischung.

Adriaan Bonauer, 01.02.2002
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Für Aktien Euroland gibt es bei Morningstar drei Kategorien: Standard-, mittelgroße und Nebenwerte. Bei den Euroland Standardwerten finden sich 269 Fonds, die im Ein-Jahres-Vergleich rund 23 Prozent verloren haben. Nach drei Jahren liegt die durchschnittliche Performance bei bescheidenen 1,3 Prozent.

Die Vergleichszahlen der Kategorie Euroland mittelgroß liefern im Ein-Jahres-Vergleich ein Minus von knapp 19 Prozent – sie liefen also besser als die Standardwerte. Die 51 Fonds erreichten nach drei Jahren noch gut vier Prozent, ebenfalls mehr als die Blue Chips.

Die 30 Anlagen mit vorwiegend kleineren Werten aus der Kategorie Eurol

and Nebenwerte erreichen nach einem Jahr ein Minus von durchschnittlich knapp 37 Prozent. Nach drei Jahren erreichen sie über minus elf Prozent.

Es wird deutlich, dass die Wertentwicklung von Investmentfonds deutlich von der vorwiegenden Unternehmensgröße des Portfolios abhängt. Deshalb ist es richtig, für jede einzelne Kategorie ein eigenes Rating zu erstellen.

Der Anleger hat jedoch die Qual der Wahl. Wie soll er Blue Chips, mittelgroße Titel und Nebenwerte gewichten? Wie immer hängt die richtige Antwort vom Investor ab. Standardempfehlungen helfen wenig weiter. Es gibt jedoch eine Faustformel, nach der die großen Papiere mindestens 70 Prozent innerhalb einer Region ausmachen sollen. Aber der wichtigste Punkt ist klarzumachen, dass eine richtige Diversifikation nicht mit Region und Asset-Klasse erledigt ist.

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