Fonds-Fokus: Templeton Euroland

Der Templeton Euroland könnte bald wieder in die Kategorie „Aktien Euroland Standardwerte“ eingeordnet werden.

Der Fonds befindet sich momentan noch in der Nebenwertekategorie, der Anteil an Standardwerten ist aber im Laufe dieses Jahres stetig angewachsen. Dies ist laut Ken Cox, dem seit Auflage für den Fonds verantwortlichen Manager, keine Absicht, sondern lediglich ein Nebenprodukt des für die Fondsgesellschaft typischen „bottom-up“-Ansatzes.

Bei Templeton verfolgt man einen disziplienierten Investmentprozess, der von einem Team von 33 Personen getragen wird. Jedes Teammitglied ist sowohl Branchenanalyst als auch Fondsmanager. So managt Ken Cox einige Fonds und ist als Analyst für den Transportsektor zuständig.

Bei der Portfoliokonstruktion erwirbt der Fondsmanager Unternehmen von der sog. „Bargain list“ (Schnäppchenliste). In den letzten 18 Monaten kamen mehr Standardwerte auf diese Liste, was sich auch im Euroland-Fonds widerspiegelt.

Der Fonds misst sich, was die Performance betrifft, mit dem Referenzindex MSCI EMU, hat aber im Bezug darauf keine Einschränkungen auf Länder- oder Sektorebene. Jedoch investiert Ken Cox in der Regel 1,7% in einzelne Titel. Sobald eine Position mehr als 3% des Fondsvermögens beträgt, muss sie reduziert werden.

Seit 2000 hat der Fonds seinen Vergleichsindex in jedem Jahr geschlagen, sich aber in den letzten Jahren schwer getan, den Kategoriedurchschnitt zu übertreffen. Dies könnte teilweise daran liegen, dass er weniger Nebenwerte hielt als seine unmittelbaren Konkurrenten. In 2004 haben die Fonds der Kategorie „Aktien Euroland mittelgroß“ im Mittel 8,9% zugelegt, die Standardwertefonds dagegen 3,2% (Angaben in GBP).

Der Fonds hat bisher sein primäres Ziel erreicht – nach Kosten besser als der Referenzindex abzuschneiden. Zudem hat er seit Auflage denselben Fondsmanager und profitiert von einem konsequenten Anlageprozess. Beachtet werden sollte aber, dass dieser Fonds in die Vergleichsgruppe für Standardwerte wechseln könnte, wenn er weiterhin so stark auf große Unternehmen setzt.
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