2. Welche Fondstypen es gibt

Anleger können aus einer großen Palette unterschiedlicher Fondstypen auswählen.

Aktienfonds:

Aktienfonds investieren das Geld der Anleger überwiegend oder vollständig in Aktien mit einer Börsennotiz. Je nach Verkaufsprospekt darf der Fonds in geringem Umfang (meistens maximal zehn Prozent) auch nicht börsennotierte Aktien kaufen oder andere Wertpapiere wie zum Beispiel Optionsscheine. Das Gewicht der einzelnen Titel darf maximal zehn Prozent des Fondsvermögens erreichen. Es dürfen aber nicht alle Aktien so hoch gewichtet sein. Ist der Fonds zu 100 Prozent in Aktien investiert, muss er Titel von mindestens 16 unterschiedlichen Unternehmen enthalten. In der Praxis befinden sich aber meistens zwischen 30 und 80 Titel in einem Aktienfonds. Es gibt Aktienfonds mit sehr unterschiedlicher Ausrichtung. Manche legen weltweit in allen Branchen an. Andere konzentrieren sich auf nur ein Land oder ein Branche und sind entsprechend risikoreicher.

Indexfonds:

Dieser Fondstyp bildet einen Index nach. Der Fondsmanager versucht nicht, eine möglichst gute Wertentwicklung zu erzielen, sondern eine möglichst geringe Abweichung zum festgelegten Index. Inzwischen dürfen in Deutschland Aktienindexfonds die übliche Höchstgrenze von zehn Prozent für ein Unternehmen unter bestimmten Umständen überschreiten. So können sie Indices auch exakt nachbilden.

Anleihefonds

Anleihefonds investieren das Fondsvermögen überwiegend oder vollständig in Zinspapiere. Das können Staatsanleihen und Unternehmensanleihen sein, aber auch Anleihen von Schwellenländern (Emerging Markets) oder Genussscheine von Unternehmen. Deshalb unterscheiden sie sich zum Teil erheblich in ihrer Wertschwankungen.

Geldmarktfonds:

Diese Fonds sind eine Alternative zu kurzfristigen Sparformen wie dem Tages- oder dem Festgeld. Weil sie nur in Zinspapiere mit sehr kurzer Restlaufzeit oder in Geldmarktanlagen investieren, sind ihre Wertschwankungen sehr gering. Aber zumindest theoretisch sind auch bei ihnen Verluste möglich, wenn zum Beispiel die Rückzahlung einer der enthaltenen Anleihen gefährdet ist.

Offene Immobilienfonds:

Die offenen Immobilienfonds erwerben in erster Linie Immobilien wie Bürohäuser oder Einzelhandelsflächen. Weil die Anleger aber auch diese Fonds jeden Tag zurückgeben können, legen die offenen Immobilienfonds bis zu 49 Prozent ihres Vermögens in Zinspapieren an. Eine Besonderheit dieses Fondstyps ist seine Preisfeststellung. Die Werte der Immobilien werden nicht mit Marktpreisen ermittelt, sondern durch die Schätzungen von Gutachtern. Diese haben einen gewissen Spielraum bei der Bewertung. Es gibt außerdem nur drei Preisfeststellungen im Monat.

Gemischte Fonds:

Die Manager von gemischten Fonds haben die Auswahl: Sie dürfen in Aktien und in Anleihen investieren. Manche sogar auch noch in Immobilien oder offene Immobilienfonds. Diese Freiheit sorgt für eine große Bandbreite an unterschiedlichen Produkten: Manche Manager von gemischten Fonds schwanken zwischen 100 Prozent Aktien und 100 Prozent Anleihen, andere verändern die Anteile nur geringfügig, wiederum andere bleiben einer einmal getroffenen Aufteilung treu. Anleger sollten sich deshalb die Anlagestrategie genau anschauen.

Altersvorsorge-Fonds (AS-Fonds):

Diese noch recht jungen Fonds sind im Grunde genommen gemischte Fonds, die allerdings einige Einschränkungen aufweisen. So muss der Aktienanteil zwischen 21 und 75 Prozent des Fondsvermögens betragen. Immobilien (oder offene Immobilienfonds) dürfen zu maximal 30 Prozent enthalten sein. Aktien und Immobilien müssen zusammen mindestens die Hälfte des Fondsvermögens ausmachen. Zinspapiere erreichen also maximal 49 Prozent. Fremde Währungen ohne Absicherung dürfen 30 Prozent des Fondsvermögens nicht überschreiten. Diese Vorschriften sollen zu einer ausgewogenen Anlagestrategie führen, die auf lange Sicht gute, wenn auch nicht überragende Rendite erwirtschaftet. Handfeste Vorteile für die Anleger, wie zum Beispiel Steuervergünstigungen, sind mit den AS-Fonds derzeit nicht verbunden. Ihre Einführung wird allerdings diskutiert.

Dachfonds:

Dieser noch recht neue Fondstyp investiert in andere Fonds. Er muss mindestens fünf andere Fonds enthalten (die sogenannten Zielfonds), meistens sind es aber mehr. Die laufenden Kosten fallen bei den Dachfonds doppelt an: einmal im Zielfonds und dann noch einmal im Dachfonds. Nur eine Ausnahme gibt es: Investiert eine Dachfonds-Gesellschaft in einen Zielfonds aus dem eigenen Konzern, muss sie dessen Verwaltungsvergütung (siehe Kapitel 6) auf die Verwaltungsvergütung des Dachfonds anrechnen.

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Morningstar Europe Editor  .