Fonds-Fokus: PEH Universal-Fonds Value Strategie

Bei diesem Fonds entscheidet die Investitionsquote über die Performance.

Alexander Ehmann 28.10.2008
Bei diesem Fonds erfolgt die Titelselektion nach rein quantitativen Gesichtspunkten. Manager Günter Gerstenberger screent auf wöchentlicher Basis ein Universum von 2500 Aktien nach Performancedaten und Value-Kennzahlen (KGV, Kurs-Buchwert oder Dividendenrendite). Fundamentale Eigenschaften wie Unternehmensstrategie, Preisführerschaft oder andere Wettbewerbsvorteile entscheiden nicht über eine Aufnahme ins Portfolio. Wichtig sind die relative Stärke und das Kurs-Buchwert-Verhältnis. Die relative Stärke misst, wie sich eine Aktie im Verhältnis zum Markt entwickelt. Der Schwerpunkt auf der relativen Stärke soll einen verfrühten Kauf verhindern. „Eine Value-Aktie kann auch solange günstig sein, bis sie nichts mehr wert ist“, wie es Gerstenberger ausdrückt. Gesucht wird nach Werten, die in einer Hausse stärker steigen als der Markt und in einer Baisse weniger stark verlieren. Eine Aktie wird gekauft, wenn sie im Vergleich zu ihrem 10-Jahres-Durchschnitt eine günstige Bewertung aufweist. Anfangs wird ein Wert mit 3% gewichtet. Läuft ein Titel gut, lässt er sie auf bis zu 6% hochlaufen, bevor sie dann wieder abgebaut wird.

Gerstenberger orientiert sich an keiner Benchmark, Länder- und Sektorengewichtung kommen allein aus dem Stockpicking zustande. Der Ansatz lässt momentan die Gesundheitswerte attraktiv aussehen. Mit 23% ist dieser Sektor laut Gerstenberger auch bis zum Maximum ausgereizt. Sein Favorit ist die Aktie von Johnson & Johnson, die er auf über 6% ansteigen ließ. Technologiewerte lieferten positive technische Signale, weshalb sie mit 19% vertreten sind. Größter Technologietitel ist mit 4% IBM, aber auch eine Dell befindet sich mit 1,5% im Portfolio. Die Wette auf Dell ging jedoch nicht auf. Bereits im August brach die Aktie wegen Umsatzrückgängen um 13% ein, im Jahresverlauf verlor sie 44% an Wert. Während im MSCI World Value Energiewerte mit 15% vertreten sind, kommen Total und Exxon Mobil im PEH-Fonds nur auf 9%. Andere Energiewerte würden derzeit keine günstigen Bewertungen liefern. Vergeblich sucht man im Portfolio nach Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Diese seien derzeit allesamt übermäßig teuer. Finanzwerte seien derzeit günstig, jedoch will Gerstenberger erst abwarten, welche Überraschungen die Subprime-Krise noch parat hat. Die Société Générale und die Crédit Suisse hat er sich schon gesichert, weil beide Banken im Vergleich zu den anderen stabilere Bewertungen aufweisen. Vorsichtshalber hat er beide nur mit 1,4% gewichtet.

Der Fonds konnte seit Auflage im März 1996 eine jährliche Performance von 7,3% erzielen und schlägt damit Vergleichsfonds (4,5%) und den Kategorieindex MSCI World (5,4%). In Baisse-Jahren erweist sich der Fonds als stabil, hinkt in einer Hausse aber dem Markt hinterher. Während er 2006 noch hinter der Kategorie-Benchmark lag (6% vs. 7,4%), schlägt er im laufenden Jahr mit einem Verlust von 16% seinen Index (-21%) und Vergleichsfonds (-24%). Der Grund für die Outperformance in fallenden Märkten liegt neben der defensiven Aufstellung in der Steuerung der Investitionsquote mit Futures. Die Investitionsquote kann zwischen 51% und 150% schwanken. Derzeit ist Gerstenberger nur mit 58% aktiv im Aktienmarkt investiert.

Anleger werden bei einem Blick auf das Factsheet erstaunt sein, wie viel sie an Gebühren entrichten dürfen. Da Administration, Vertrieb und Marketing von der Master KAG Universal Investment übernommen werden, addieren sich die jährlichen Verwaltungskosten auf insgesamt 2,3%. Dazu kommt noch eine Performancegebühr von 15%, was den Fonds zu einem sehr teuren globalen Engagement macht. Die zuletzt ausgewiesene TER betrug 2,0%. Alles in allem ist der PEH-Fonds nicht so spektakulär, dass er die überdurchschnittlich hohen Gebühren rechtfertigt.
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Alexander Ehmann