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Die Highlights der Indexwoche: ETF Times

Unsere ETF-Kolumne für die Woche vom 14.11. bis 18.11.

Willkommen zu unserer neuen Ausgabe der ETF Times! In unserer wöchentlichen Publikation für Deutschland, Österreich und die Schweiz fassen wir die Highlights der Märkte zusammen. Wir stellen die Gewinner und Verlierer der Woche unter den in Europa gelisteten ETPs vor und geben einen Überblick über die neugelisteten Produkte in Europa.

Marktbericht

Obwohl diese Woche nicht arm an Ereignissen war, kann man fast sagen, dass es nichts Neues gibt – das Schuldengespenst zieht weiter seine Runden. Silvio Berlusconi hat, wie angekündigt, seinen Posten am vergangenen Wochenende geräumt. Nachfolger Mario Monti, ehemaliger EU-Kommissar, übernahm das Amt des Ministerpräsidenten und des Finanzministers in der neugebildeten Regierung. Die Märkte hat das jedoch wenig beruhigt, so dass italienische Staatsanleihen in dieser Woche erneut über der kritischen Marke von 7% Rendite notierten. Ein erneuter von spanischen, italienischen und portugiesischen Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank dürfte schlimmeres verhindert haben.

Die griechische Übergangsregierung um Ministerpräsident Lucas Papademos hat sich Mitte der Woche erfolgreich einer Vertrauensabstimmung gestellt. Trotzdem wächst die Angst, dass die Schuldenkrise auch Kerneuropa erreichen wird, da viele Marktteilnehmer bezweifeln, dass die schmerzhaften, aber nötigen Einschnitte der Regierungen wirklich zustande kommen. Die Renditen von 10-jährigen französischen, belgischen und österreichischen Staatsanleihen erreichten gegenüber deutschen Anleihen den höchsten Stand seit Einführung der Gemeinschaftswährung. EU-Kommissionspräsident Jose Barroso trug mit einem Kommentar sicher nicht dazu bei, Anleger zu beruhigen. Bei einer Debatte im Europaparlament sagte Barroso: „Wir sind jetzt wirklich mit einer wahrhaft systemischen Krise konfrontiert. Das erfordert ein noch stärkeres Bekenntnis von allen und das könnte zusätzliche und sehr wichtige Maßnahmen erfordern."

Außerdem wächst die Angst, dass die Eurozone in eine Rezession fällt. Bis auf Deutschland und Frankreich verzeichneten die Euroländer stagnierende oder sogar fallende BIP-Zuwachsraten im dritten Quartal. Vorläufige Zahlen des statistischen Bundesamts wiesen ein Wachstum von 0,5% gegenüber dem zweiten Quartal aus. Zudem wurde das BIP-Wachstum von Q2 auf 0,3% nach oben korrigiert. Frankreich verzeichnete ein Wachstum von 0,4%, nachdem die Wirtschaft im zweiten Quartal noch 0,1% geschrumpft war. Das BIP der Eurozone legte um nur 0,2% zu.

Auch die Kredit-Ratingagentur Moody’s ließ wieder von sich hören und senkte die Bonität von mehreren Landesbanken in Deutschland teilweise um bis zu 3 Stufen. Die Banken können zurzeit nicht mit überzeugenden Geschäftsergebnissen Werbung machen. Die LBBW und BayernLB rutschten im dritten Quartal in die roten Zahlen.

Apropos Banken: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat diese Woche den Verzicht auf einen Posten im Aufsichtsrat nach seiner Amtszeit als Vorstandschef bekannt gegeben.  

Die USA konnten mit einigen erfreulichen Konjunkturdaten aufwarten. So stieg der Umsatz im Einzelhändler im Oktober um 0,5%. Experten hatten lediglich einen Zuwachs von 0,3% erwartet. Damit zeigten Konsumenten trotz der hohen Unsicherheiten und der hohen Arbeitslosigkeit Kauflaune.

Zudem wuchs Japans Wirtschaft das erste Mal wieder seit vier Quartalen. Laut vorläufigen Zahlen stieg das BIP um 1,5% zum Vorquartal. Japan konnte dabei speziell von einer Erholung des Exportes und des Privatkonsums profitieren.

ETP Markt

Nachdem letzte Woche Kenia den Weg für börsennotierte Indexfonds ebnete, hat diese Woche Vietnam angekündigt ab nächstem Jahr Rohstoff-ETPs auf dem Markt zuzulassen. Zurzeit dürfen sich in Vietnam keine ETPs oder Fonds ansiedeln. Dieser Schritt soll institutionelle Investoren anlocken und helfen, den heimischen Aktienmarkt zu stützen.

Außerdem gab der Indexanbieter MSCI die Indexanpassung in den viel beachteten Aktienindizes per Ende November bekannt. Betroffene Indizes sind der MSCI Global Standard, MSCI Global Small Cap, MSCI Micro Cap Indices, als auch die MSCI Global Value und Growth Indizes, die MSCI Frontier Markets und MSCI Frontier Markets Small Cap Indizes, die MSCI Global Islamic and MSCI Global Islamic Small Cap Indizes, die MSCI Pan-Euro und MSCI Euro Indizes, die MSCI US Equity Indizes, der MSCI US REIT Index als auch die MSCI China A Indizes.

Die Gewinner und Verlierer

Nach einer erneuten turbulenten Woche ist es kaum verwunderlich, dass Volatilitäts-ETPs einmal mehr auf der Gewinnerliste auftauchen. Auf der Verliererliste finden wir diese Wochen Schwellenländer und Banken, was angesichts der derzeitigen Marktsituation auch wenig verwunderlich sein dürfte.

ETP Markt – Neuemissionen

Diese Woche gab es wieder eine Reihe an Neuemissionen auf dem Europäischen ETP-Markt. Zum einen hat SPDR, der ETP-Arm von State Street, einen neuen Anleihen-ETP an der Deutschen Börse gelistet. Der SPDR Barclays Capital 1-3 Year Euro Government Bond ETF bildet die Wertentwicklung des Barclays Capital 1-3 Year Euro Government Bond Index ab. Dieser Index besteht aus in Euro denominierten Staatsanleihen der Eurozone mir einer ursprünglichen Restlaufzeit von ein bis drei Jahren und einem ausstehendem Volumen von mindestens 2 Milliarden Euro. SPDR macht hierbei von der physischen Replikation gebrauch.

Auch Soruce hat zwei neue ETPs an der Deutschen Börse gelistet. Einmal können Anleger mit dem MSCI Emerging Markets Source ETF an der Entwicklung der Schwellenländer teilhaben. Der Index spiegelt ca. 85% der Marktkapitalisierung der zugrundeliegenden Schwellenländer wieder. Derzeit investiert der Referenzindex in ca. 770 Aktien aus 22 Ländern. Mit dem S&P 500 Source ETF können Anleger an der Wertentwicklung der 500 größten Standardwerte in den USA teilnehmen. Source verwendet für beide ETPs die synthetische Replikationsmethode.

Commerzbank hat eine Reihe ETC auf Erdgas und Brent Oil an der Deutschen Börse gelistet. Dabei wird jeder Referenzwert positiv und invers mit entweder ein- oder zweifachem Hebel abgebildet. Außerdem brachte die Commerzbank zusätzlich acht ETNs auf den Markt. Jeweils vier dieser ETNs haben entweder den Hang-Seng-Index-Future oder den Future auf den Hang Seng China Enterprises Index als Referenzwert. Auch hier können Anleger an der Wertentwicklung des Basiswertes mit positivem wie inversem Hebel teilhaben (mit entweder ein- oder zweifachem Hebel). Commerzbank macht dabei von der synthetischen Replikation gebraucht.