Morningstar nominiert herausragende europäische Fondsmanager

Die Morningstar European Fund Manager of the Year Awards 2012 werden am 15. März in Wien vergeben.

Die Morningstar Awards für die besten Aktienfondsmanager Europas jähren sich bereits zum dritten Mal. Die Gewinner werden auf unserer paneuropäischen Investment-Konferenz in Wien am 15. März bekanntgegeben. Der Morningstar European Fund Manager of the Year Awards 2012 ist eine qualitative Prämierung herausragender Leistungen von Fondsmanagern. Die Auszeichnung basiert auf der Expertise und Erfahrung unseres 30-köpfigen Fondsresearch-Teams in Europa, das im vergangenen Jahr weiter gewachsen ist. Mittlerweile haben wir 1.400 Fonds einer qualitativen Bewertung unterzogen. Voraussetzung für die Auszeichnung in diesem Jahr sind nicht nur gute Leistungen im Jahr 2011. Die nominierten Fondsmanager haben sich vielmehr auch langfristig als ausgezeichnete Treuhänder des ihnen anvertrauten Kapitals erweisen. Daher kommt es bei der Nominierung insbesondere auf die Qualität des Fondsmanagements, des Investmentprozesses und die der Fondsgesellschaft an. Nicht zuletzt berücksichtigen unsere Analysten auch die Gebühren der Fonds. Die Anforderungen sind somit dieselben wie bei unserem qualitativen Morningstar Analyst Rating.

Basierend auf unserem qualitativen Fonds-Research werden wir in diesem Jahr 2 Auszeichnungen vergeben: einen Award für globale und einen für europäische Aktienmandate.

Für den European Equity Manager of the Year wurden folgende Fondsmanager nominiert:

Charles Montanaro
Montanaro European Smaller Companies

Charles Montanaro verfügt über Fähigkeiten, die wir sehr gerne bei einem Fondsmanager ausmachen. Seine Erfahrung bei der Verwaltung von Nebenwerte-Aktienfonds reicht drei Dekaden zurück. Er hat dabei ein erfahrenes Team von Analysten und Fondsmanagern aufgebaut, das über einen soliden und sorgfältig praktizierten Investment-Prozess verfügt. Im Mittelpunkt steht die Suche nach Firmen mit soliden Bilanzen, hohen Cashflows und hohen Dividendenrenditen, die in Nischenmärkten aktiv sind. Er pflegt dabei intensive Kontakte zu den Firmen, die er analysiert. Der Ansatz ist durch Geduld geprägt. Durch substanzielle eigene Investments in die von ihm verantworteten Fonds vermeidet Montanaro zudem Interessenkonflikte. Die hohen Verluste von 52% im Jahr 2008 wurden durch Preisaufschläge von 51 bzw 43% in den Jahren 2009 und 2010 wettgemacht. Auch wenn er sich mit einem Minus von 13,3% dem schwierigen Markt 2011 nicht entziehen konnte, hielt sich der Fonds wacker gegenüber der Gruppe der Vergleichsfonds: Europäische Small Call-Produkte verloren im Schnitt 16,6% im vergangenen Jahr. Die Performance Fee des Montanaro European Smaller Companies ist zudem fair gestaltet.

Laurent Dobler and Arnaud Cosserat
Renaissance Europe

Laurent Dobler and Arnaud Cosserat leiten das Europa-Aktienteam von Comgest und sind hocherfahrene Fondsmanager. Dobler ist seit 1991 bei Comgest, Cosserat seit 1996. Das Flaggschiffprodukt verfügt über eine exzellente Performance-Historie. Die beiden Manager verantworten auch die anderen Europa-Aktienfonds von Comgest, die allesamt nach dem Quality-Growth-Prinzip verwaltet werden. Die Fonds investieren nicht in zyklische Aktien und kaufen auch keine Bank-Titel. Damit konnten sie in Zeiten der Finanzkrise die Asset-Schmelze, die viele Fonds getroffen hat, vermeiden. Diese defensive Eigenschaft kompensiert Anleger dafür, dass die Comgest-Fonds in Aufwärtsphasen mit hohem Momentum, die in der Regel qualitativ minderwertige Aktien zugute kommen, unterdurchschnittlich abschneiden. Die Folge dieser Strategie sind stetige Zuwächse für den Investor, dessen Interessen von den Comgest-Managern sehr gut gewahrt werden. Dass die beiden Manager von uns nominiert werden, ist insofern nur folgerichtig.

Fabio Di Giansante
Pioneer Funds Euroland Equity

Fabio Di Giansante übernahm die Verantwortung für den Pioneer Funds Euroland Equity im August 2006 and hat seitdem in unterschiedlichen Marktphasen beeindruckende Ergebnisse geliefert. Das erachten wir angesichts des schnellen und volatilen Wechselspiels an den Märkten für eine beachtliche Leistung. Die Outperformance des Fonds basiert auf einem auf Einzeltitel-Auswahl gegründeten Prozess, der vor allem auf hochqualitative Unternehmen fokussiert, die noch Bewertungsspielraum nach oben haben. Fabio Di Giansante wird von dem großen Analystenstab von Pioneer unterstützt, scheut sich allerdings nicht, selbst Ideen einzubringen und kombiniert so die Rolle des Fondsmanagers mit der des Analysten. Beispielhaft hierfür ist seine Wette auf die Aktien von Ryan Air, die er bereits seit langer Zeit entdeckt hat. Bis zu 25% des Fondsvermögens allokiert er in taktische Wetten, die naturgemäß eher kurzfristiger Natur sind. Auch wenn der Fonds in den vergangenen 5 Jahren Preisabschläge hinnehmen musste, fielen die Verluste deutlich niedriger aus als der Durchschnitts-Euroland-Fonds. Der Pioneer-Fonds ließ 90% der Vergleichsfonds hinter sich.

Für den Global Equity Manager of the Year wurden folgende Fondsmanager nominiert:


Global Equity Manager of the Year
Kristoffer Stensrud, Knut Harald Nilsson, Cathrine Gether and Ross Porter
SKAGEN Kon-Tiki

Der Co-Gründer der norwegischen Fondsgesellschaft SKAGEN is einer der Veteranen der Fondsindustrie. Er ist seit Auflage des Fonds 2002 für dieses Produkt zuständig. Er zeichnet auch für die Fonds SKAGEN Vekst and SKAGEN Global verantwortlich. Mit den Mandaten, die er seit Gründung von SKAGEN 1993 managt, hat er es geschafft, in jedem Jahr vor dem Vergleichsindex zu landen. Mit den Jahren wurde das Team erweitert. Für diesen Fonds sind neben Stensrud auch Knut Harald Nilsson (kam 2006 zu SKAGEN), Cathrine Gether (2009) und Ross Porter (2011) verantwortlich. Diese Personen sind unseres Erachtens entscheidend für den Anlageerfolg. Der Anlagestil ist antizyklisch und flexibel zugleich. Das Team investiert nicht nur in Schwellenländer-Aktien, sondern auch in Unternehmen aus den Industrieländern, die vom Wachstum in den Emerging Markets profitieren. Beispielhaft hierfür sind die eigenwilligen Anlagen in Finanztitel, die sich stark von anderen Fondsportfolios unterscheiden. Für einen Schwellenländerfonds unüblich investierte das SKAGEN-Team in Namen wie Aberdeen, Standard Chartered und Gjensidige. Die Performance fällt mit 17,8% jährlich von Mai 2002 bis Dezember 2011 mehr als 1.000 (!) Basispunkte jährlich besser aus als beim durchschnittlichen global anlegenden Emerging-Markets-Fonds in Europa.

Andrew Headley; Charles Richardson
Veritas Global Equity Income, Veritas Global Focus

Charles Richardson und Andrew Headley verfügen über umfangreiche Management-Erfahrungen. Sie zeichnen für den Veritas Global Focus und den Veritas Global Equity Income verantwortlich, die seit 2005 konstant Mehrwert gegenüber dem Vergleichsindex erwirtschaften konnten. Sie waren zuvor bei Newton Investment Management. In den vergangenen fünf Jahren hat der Veritas Global Equity Income die Morningstar-Kategorie Global Large-Cap Value um beeindruckende 7.9-Punkte jährlich übertroffen. Der Veritas Global Focus schaffte sogar gegenüber der Vergleichsgruppe eine Outperformance von 8.0% pro Jahr.


Rajiv Jain
Vontobel Global Value Equity, Vontobel Emerging Markets Equity

Fondsmanager Rajiv Jain sucht nach Aktien, die stetig und profitabel wachsen und bevorzugt transparente Geschäftsmodelle und Bilanzen. Diese findet er insbesondere im defensiven Konsumsektor. Sein stringenter und konsequent implementierter Investment-Prozess erlaubt es ihm, sowohl globale als auch Schwellenländer-Mandate erfolgreich zu managen. Er wird unterstützt von acht Analysten, die nach Sektoren organisiert sind. Durch seine Qualitätsorientierung konnte Jain in Abwärtsphasen Verluste für Kunden begrenzen. Er kann in starken Aufwärtstrends den Anschluss an die Konkurrenz verlieren, doch auf längere Sicht hat sich dieser Ansatz bezahlt gemacht. Beispielhaft für die Ergebnisse Jains war das Jahr 2011. Der Vontobel Global Value legte um 7.4% zu, verglichen mit einem Minus von 7.7% bei global anlegenden Wachstumsfonds. Der Vontobel Emerging Markets trat mit 0.05% auf der Stelle, was angesichts von Verlusten in Höhe von 18,3% bei durchschnittlichen Schwellenländerfonds eine sehr beachtliche Leistung darstellt.

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Morningstar Europe Editor  .