Deutsche Bank richtet ETF-Geschäft neu aus

Wenige Wochen nach der Ankündigung von Lyxor wird die Deutsche Bank in großem Stil physisch replizierende ETFs auflegen.

Ali Masarwah 09.10.2012

Die Deutsche Bank erweitert ihr Indexfondsgeschäft und legt in den nächsten Wochen physisch replizierende ETFs auf. Der Startschuss soll Deutsche-Bank-Kreisen zufolge im November erfolgen. Im ersten Schritt sollen einige ETFs auf den Markt kommen, die es bereits als swap-basierte Produktversionen gibt. Offenbar hat das Methode: Die Deutsche Bank wird künftig parallel zwei Produktpaletten anbieten: eine Swap-ETF-Reihe und eine, welche Indizes physisch abbildet, wie zu hören ist.

In den kommenden Wochen werden physisch replizierende ETFs unter anderem auf den DAX 30, S&P 500, FTSE 100 und Nikkei 225 auf den Markt kommen.

Welche Indizes im zweiten Schritt abgebildet werden sollen, steht dagegen offenbar noch nicht fest. Entgegen anderslautender Meldungen werden Bond-ETFs auf Schwellenländer-Indizes nicht in diesem Jahr aufgelegt werden, wie ursprünglich aus Deutsche-Bank-Kreisen zu hören war. 

Die Neuausrichtung des ETF-Geschäfts der Deutschen Bank dürfte zwei Gründe haben. Zum einen ändert sich das regulatorische Umfeld rasant. Insbesondere Swap-ETFs wurden in den vergangenen 18 Monaten wiederholt durch nationale und internationale Aufsichtsbehörden unter die Lupe genommen und teilweise scharf kritisiert. Man will sich bei der Deutschen Bank offenbar nicht dem Risiko aussetzen, ein viel versprechendes Wachstumsgeschäft, das der Indexfondsbereich darstellt, im Zuge eines so genannten Regulierungsschocks auf einen Schlag zu verlieren.  

Die Neuaufstellung von db X-trackers auf der Produktseite könnte auch im Zusammenhang mit dem Umbau der Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank stehen. Das ETF-Geschäft ist künftig Teil des gesamten Asset Managements und nicht mehr dem Investment Banking zugeordnet. Das bedeutet, dass der Weg für ETFs nunmehr auch in einigen Vertriebskanälen der Bank frei ist, die bisher nur aktive Fonds geführt haben. Nunmehr dürften auch verstärkt Indexfonds ihren Platz neben DWS-Produkten in den Absatzkanälen der Deutschen Bank finden. Allerdings sollen Insidern zufolge die derivatebasierten Swap-ETFs von db x-tracker dem Vertrieb schwer vermittelbar und der Ruf dort nach nachvollziehbareren physischen Produkten entsprechend laut gewesen sein.

Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte die erwartete Neuausrichtung des Indexfondsgeschäfts von db X-trackers nicht kommentieren. 

Erst vor wenigen Wochen hatte die Société-Générale-Tochter Lyxor den Einstieg in das Segment der physisch replizierenden Indexfonds angekündigt und die Auflage erster Bond-Produkte für Ende 2012 angekündigt. Vermutlich werden die ersten physischen db x-trackers ETFs ihre ersten Gehversuche am Markt dann bereits hinter sich haben.

Über den Autor Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich