Airbus-Aktien stürzen nach Gewinnwarnung ab

Schwierigkeiten in der Lieferkette führen dazu, dass die Gruppe ihre Prognosen für 2024 herunterschrauben muss. 

Jocelyn Jovène 25.06.2024
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Die Aktie des Flugzeugherstellers führt die Liste der Verlierer im DAX an, nachdem das Unternehmen eine Gewinnwarnung herausgegeben hatte. Das Unternehmen macht Probleme in den Lieferketten und Abschreibungen hierfür verantwortlich. Gegen Mittag liegt der Titel knapp 11% im Minus. 

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Airbus

 

 

 

Ziele für Gewinn und Auslierungen für 2024 gesenkt

In einer am Montag, den 24. Juni nachbörslich veröffentlichten Erklärung gab Airbus (AIR) bekannt, dass es in diesem Jahr nur 770 Flugzeuge statt der zuvor angekündigten 800 ausliefern kann.

Die Produktionsraten für das meistverkaufte Flugzeug, den A320, werden erst im Jahr 2027 eine Rate von 75 Einheiten pro Monat erreichen, warnte der Flugzeughersteller, ein Jahr später als erwartet.

Die Gruppe gab außerdem an, dass sie 900 Mio. Euro für die Überprüfung der Raumfahrtprogramme zurückgestellt hat, was sich auf die Bilanz für das erste Halbjahr 2024, die am 30. Juli erwartet wird, auswirken wird.

Auf der Grundlage dieser Elemente erwartet Airbus nun für 2024 ein bereinigtes Betriebsergebnis von 5,5 Milliarden Euro (vorher 6,5 bis 7 Milliarden Euro) und einen bereinigten freien Cashflow vor Kundenfinanzierung von etwa 3,5 Milliarden Euro (vorher 4 Milliarden Euro).

Enttäuschte Anleger

Die Veröffentlichung stellt für Analysten eine Enttäuschung dar.

Die Deutsche Bank senkt ihr Rating für die Aktie von "Buy" auf "Hold", wobei das Kursziel von 186 auf 155 EUR angehoben wird.

Raumfahrtsysteme sind weiterhin unterdurchschnittlich, nachdem das Jahr 2023 bereits schwierig war. Die Situation ist ähnlich wie 2022, aber diesmal wird sie durch die Raumfahrt noch verschlimmert. Der Staub muss sich legen, bevor wir wieder positiv sein können, schrieben die Analysten der Bank in einer am Dienstag, den 25. Juni veröffentlichten Mitteilung.

Die Auslieferungen im Juni sind offensichtlich schleppend und es gibt derzeit keine Garantie, dass das neue Auslieferungsziel bis zum Jahresende leicht zu erreichen sein wird, fügten sie hinzu.

Die Analysten von Citi sagten in einer am Dienstag, den 25. Juni veröffentlichten Notiz, dass sie ihre Prognose von 12%-19% für den Zeitraum 2024-2027 nach unten korrigieren würden, aber dass der Rückgang des Aktienkurses eine Kaufgelegenheit darstelle.

"Wir glauben, dass der Auftragsbestand von 8.500 Flugzeugen die Bewertung stützt und dass die derzeitige Schwäche eine Kaufgelegenheit darstellt", schrieben sie in ihrer Notiz.

Die Bank RBC teilt eine ähnliche Ansicht. In einer Notiz vom 24. Juni meinten ihre Analysten: "Wir glauben, dass viele Gegenwinde im Raumfahrt- und Handelsgeschäft sich im Aktienkurs widerspiegeln, und wir behalten unsere 'Outperform'-Einschätzung mit einem Kursziel von €180 bei."

Nic Owens, Analyst von Morningstar, bleibt in einer Notiz vom 25. Juni bei seiner Schätzung des fairen Wertes von 163 Euro pro Aktie.

 

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Über den Autor

Jocelyn Jovène

Jocelyn Jovène  ist Redakteur für Morningstar in Frankreich

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