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Geringe Kosten sind das beste Investment

Man kann zwar nicht den Markt kontrollieren, aber die Kosten—und deren Auswirkungen auf die Rendite.

Ben Johnson 04.07.2011

Nehmen Sie das Heft in die Hand
Als Investor hätten Sie nichts machen können, um die “Technologieblase” der späten 90er oder den Zusammenbruch von Lehman Brothers zu verhindern. Der folgende Einbruch und die anschließende Erholung der globalen Finanzmärkte waren vergleichsweise außerhalb Ihrer Kontrolle. Obwohl Sie nicht in der Lage sind, zukünftige Ereignisse oder die Märkte selbst zu beeinflussen, haben Sie doch Einfluss auf die Kosten, um an der Marktentwicklung teilzunehmen. Kostenminimierung ist in der Tat einer der effektivsten Wege, um regelmäßig eine höhere Rendite als der Durchschnittsfonds, über einen längeren Zeitraum hinweg, zu erzielen. Und das Beste daran ist, dass Sie ihre Investitionskosten besser kontrollieren können als alle anderen Aspekte Ihrer Anlage.
Die Kosten für die Vermögensverwaltung entziehen sich jeglicher wirtschaftlicher Logik. Ein teurer Fonds wird nicht zwangsläufig eine höhere Rendite als ein kostengünstigerer Fond erzielen, auch wenn man erwarten kann, dass ein Peugeot keinen Ferrari überholt. Wenn man vor zwei alternativen Anlagen steht—die eine schlägt mit 1,5% an Kosten zu Buche und die andere mit 0,25%--ist die einzige Garantie, dass man für die erste Alternative 1,25 Prozentpunkte mehr zahlt. Praktisch jede Studie, die wir über Fonds gelesen haben, hat gezeigt, dass Fonds mit höheren Gebühren eine niedrigere Rendite als Fonds mit geringeren Gebühren erwirtschaften. Die Kostenquote eines Fonds ist in der Tat der stärkste Indikator für die zukünftige Fondsperformance - stärker als die Rendite der Vergangenheit und sogar stärker als unser quantitatives Sterne-Rating (obwohl die Kombination von geringen Kosten mit dem Rating gut funktioniert). Egal ob man in Aktien oder Anleihen investiert, in Standardwerte oder Nebenwerte und unabhängig von der geographischen Ausrichtung, haben kostengünstigere Fonds regelmäßig eine höhere Rendite als teurere Fonds erzielt.

ETFs sind besonders kostengünstig
Das attraktivste Merkmal an börsengehandelten Fonds (ETFs) sind ihre niedrigen Kosten. Die durchschnittliche Kostenquote (TER) für europäische Aktien-ETFs liegt bei 0,37%, weniger als die Hälfte der jährlichen Kosten für den durchschnittlichen Aktienindexfonds (0,87%) und ca. ein Fünftel der Gebühren eines aktiv gemanagten Aktienfonds (1,75%). Während dieser Unterschied auf den ersten Blick bereits beträchtlich erscheint, wird dieser aufgrund des Zinseszinseffekts über die Zeit hinweg noch größer. Lassen Sie uns diese Durchschnittswerte herannehmen, um den Vorteil der Kostenminimierung über einen längeren Zeitraum hinweg zu verdeutlichen.
Angenommen wir investieren jeweils €10.000 in drei verschiedene Produkte: einen ETF, der mit den durchschnittlichen Gesamtkosten von 0,37% zur Buche schlägt, einen Indexfonds, der 0,87% kostet und einen aktiv gemanagten Fonds, der 1,75% an jährlichen Gebühren verlangt. Der Einfachheit halber ignorieren wir vorerst Transaktionskosten (Provisionen, Ausgabeaufschläge. usw.) und Steuern und nehmen an, dass jedes Portfolio jährlich 8% Rendite, vor Kosten, über die nächsten zehn Jahre erzielt. Am Ende hat der ETF einen Wert von €20.861, während der Indexfonds auf €19.912 kommt (4,5% weniger). Der aktiv gemanagte Fonds weist mit einem Wert von €18.335 sogar 12% weniger als der ETF auf.
Dieser Kostenunterschied wird über einen noch längeren Zeitraum nur noch größer. Unter denselben Kosten- und Renditeannahmen beträgt der Wert des ETFs nach 30 Jahren €90.782. Der Indexfonds ist €78.947 wert, wohingegen der aktiv gemanagte Fonds €61.641 wert ist. Über drei Jahrzehnte hinweg ist der aktiv gemanagte Fonds aufgrund der höheren Kosten sage und schreibe 32% weniger wert als der günstige ETF und das trotz derselben Rendite vor Kosten.
Es ist deutlich zu sehen, dass es sich auszahlt, auf die Kosten zu achten. In Anbetracht dessen, dass die meisten aktiven Manager eine Rendite unter der des Marktes erzielen, erscheint ein günstiger Indexfonds, wie z.B. ein ETF, für langfristige Anleger noch attraktiver zu sein.

Welche Möglichkeiten habe ich? 
Es gibt derzeit eine Auswahl von über 1,000 ETFs. Im Folgenden finden Sie mögliche Aktieninvestments, wenn niedrige Kosten das Hauptkriterium für die Auswahl sind.

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Über den Autor

Ben Johnson  Ben Johnson is Morningstar’s Director of European ETF Research.

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