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Schwieriges Umfeld dämpft ETF-Geschäft im zweiten Quartal

Morningstar Absatzschätzungen zeigen, dass Bond-ETFs und Goldprodukte die Treiber des Wachstums waren. Aktien-ETFs werden dagegen überwiegend verkauft. Strategic Beta-ETFs wachsen überproportional.  

Jose Garcia-Zarate 14.07.2016

Die europäische ETF-Industrie hat im zweiten Quartal Nettozuflüsse von acht Milliarden Euro verbucht. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorquartals-Niveau, in dem Zuflüsse von elf Milliarden Euro verzeichnet wurden. Das verwaltete Vermögen erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um 4,2 Prozent auf 482,4 Milliarden Euro per Ende Juni. 

Träger des Wachstums waren Bond-ETFs und Goldprodukte. Bond-ETFs sammelten netto 6,75 Milliarden Euro ein. Im Vorquartal hatte das Absatzniveau mit 8,0 Milliarden Euro deutlich höher gelegen. ETFs für Rohwaren, vor allem Goldprodukte, sammelte 3,26 Milliarden Euro ein, ebenfalls unter dem Niveau des Vorquartals. Aktien-ETFs wurden per Saldo im Juni zwar gekauft, was aber die negative Tendenz des Gesamtquartals nicht ausgleichen konnte. 

Tabelle: ETF-Mittelflüsse nach Asset Klassen im zweiten Quartal 

Im Einzelnen wurden bei Aktien-ETFs vor allem Schwellenländerprodukte gesucht, die Zuflüsse von 2,12 Milliarden Euro sahen, gefolgt von USA Standardwerte-ETFs, währungsgesicherte wie ungesicherte. Überwiegend wurden dagegen Aktien-ETFs für Eurozonen-, Japan-, Deutschland- und Europa-Standardwerte verkauft. 

Tabelle: Mittelflüsse in Aktien-ETFs: Tops und Flops auf Kategorie-Ebene 

Bei Bond-Produkten war die Nachfrage nach ETFs mit Anlagefokus Unternehmensanleihen am grössten. Aber auch US-Dollar und lokale Schwellenländer-Währungen wurden gekauft. Abflüsse mussten indes vor allem EUR-Bond-ETFs hinnehmen. EUR Staatsanleihen zählten dabei zu den grossen Verlierern. 

Tabelle: Mittelflüsse in Bond-ETFs: Tops und Flops auf Kategorie-Ebene 

Wie aus unseren Absatzzahlen hervorgeht, waren Strategic Beta ETFs im zweiten Quartal gefragt. Diese semi-aktiven Produkte, die nur gut sieben Prozent des ETF-Marktes ausmachen, konnten mit Zuflüssen von 2,16 Milliarden Euro 27 Prozent des Nettomittelaufkommens in ETFs auf sich vereinen. Im Vordergrund standen dabei Risiko-minimierende Strategien, die wiederum gut 60% der Zuflüsse in alle Strategic Beta-Gruppen auf sich vereinen konnten.

Tabelle: Mittelflüsse in Strategic Beta ETFs im zweiten Quartal


Kommen wir zum Schluss auf die Absatzbilanz nach Anbieter. Erneut stand iShares weitgehend allein auf weiter Flur. Der Marktführer sammelte netto 5,25 Milliarden Euro netto ein. Acht der zehn erfolgreichsten ETFs im Vertrieb waren iShares Produkte. ETF Securities, Vanguard und UBS folgten mit gebührendem Abstand mit Zuflüssen von 730 Millionen Euro bzw. jeweils 550 Millionen Euro.

Während ETF Securities von der Nachfrage nach Gold-ETCs profitierte, lagen UBS und Vanguard aufgrund der Nachfrage nach Schwellenländer- und USA Aktien-ETFs im Ranking weit vor. Unter den grossen Anbietern musste db X-trackers leichte Abflüsse hinnehmen (unter Hinzurechnung von Rohwarenprodukten der Marke db-X ETC fiel die Absatzbilanz der Deutschen Bank leicht positiv aus). Lyxor trat mit Zuflüssen von elf Millionen Euro im zweiten Quartal auf der Stelle.

Tabelle: Mittelflüsse im zweiten Quartal nach Anbieter

Lesen Sie hier eine weiterführende Analyse zu den Absatztrends bei ETFs im Brexit-Monat Juni.

Über den Autor

Jose Garcia-Zarate  is an ETF analyst with Morningstar UK.