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Nachhaltigkeitsfonds in Europa: wer, wie, was?

Wir liefern eine umfassende Übersicht über Nachhaltigkeitsfonds in Europa. Wie weit sind sie verbreitet? Welche Rolle spielen Indexfonds? Wie sieht die Nachhaltigkeitsbilanz der Fondskategorien im Einzelnen aus – und wie die Rendite-Risiko-Bilanz?  

Ali Masarwah 05.05.2017

Nachhaltigkeitsfonds gewinnen in Europa immer mehr an Bedeutung. Privatanleger, Vermögensverwalter und institutionelle Anleger setzen vermehrt Nachhaltigkeitskriterien bei ihren Investmentprozessen ein. Allerdings fehlt es oft an systematischen Vergleichsmaßstäben, um die Bedeutung von Nachhaltigkeitsfonds am Markt, ihr Rendite-Risiko-Verhalten und auch ihr Nachhaltigkeitsprofil zu erfassen. Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Frühjahr unser Nachhaltigkeits-Research lanciert, das unter anderem ein Nachhaltigkeits-Rating für Fonds umfasst, aber auch, basierend auf der Analyse der zugrundeliegenden Wertpapiere, die Details zum Umweltprofil, sozialen Profil sowie die Governance-Bilanz auf Fondsebene (lesen Sie hier mehr zu unserem Sustainability Research hier). 

Wir wollen heute eine umfassende Übersicht der Fonds in Europa liefern, die über ein Nachhaltigkeitsmandat verfügen. Diese Fonds werden wir durch die Brille unserer Kategorie-Systematik und unseres Nachhaltigkeits-Researchs betrachten. Der Vorteil an unserem ESG-Research ist, dass es sich in unsere bestehenden Fondskategorien einfügt. Das bedeutet, dass wir die Eigenschaften der ESG-Fonds auch immer in Relation zum großen Ganzen der jeweiligen Fondskategorie untersuchen können. Das soll dazu beitragen, den Markt für Nachhaltigkeitsfonds transparenter und somit für Investoren nachvollziehbarer zu machen. 

ESG-Fonds-Marktanteil mit rund vier Prozent in Europa noch gering 

Fangen wir mit dem großen Überblick an. Insgesamt waren per Ende Februar 2017 gut 390 Milliarden Euro in Fonds europaweit investiert, die über ein Nachhaltigkeits-Mandat verfügen. Hier handelt es sich um Fonds, welche die Anbieter als nachhaltig bezeichnen. Das ist ein amorpher Begriff und kann bedeuten, dass Umweltbelange und/oder soziale Faktoren und/oder Governance Aspekte beim Investitionsverhalten des Fonds eine Rolle spielen. 

Nun klingen 390 Milliarden Euro nach viel, aber dieses Vermögen entspricht gerade einmal einem Anteil von rund vier Prozent am europäischen Publikumsfondsmarkt. Freundlich formuliert besteht also noch reichlich Spielraum nach oben. Insofern sind Aussagen über ein Wachstumssegment dahingehend zu relativieren, dass es sich um ein kleines Wachstumssegment handelt. Auch wenn viele Institutionen die UN-Leitlinien für nachhaltiges Investieren unterzeichnet haben, mangelt es, vor allem im deutschsprachigen Raum, an Vorgaben aus der Politik, die nachhaltiges Investieren verbindlich vorschreiben. 

Doch kommen wir nun zur Sache. Wir haben alle Fonds mit ESG-Mandat in unserer europäischen Datenbank ermittelt – 1.641 an der Zahl - und wollen nun einen Top-down Blick auf diese Produkte werfen. Folgende Fragen stehen im Vordergrund:

Teil II: In welchen Asset-Klassen und Fondskategorien finden sich Nachhaltigkeitsfonds überproportional häufig?

Teil III: Wie stark sind Indexfonds unter den ESG-Clustern in der jeweiligen Kategorie vertreten?

Teil IV: Wie sieht das Nachhaltigkeits-Rating dieser ESG-Fondsgruppen relativ zu ihren jeweiligen Fondskategorien aus? Wie fällt die Bilanz der einzelnen Faktoren Umwelt, Soziales, Governance aus?

Teil V: Welches Rendite-Risiko-Profil weisen ESG-Fonds in Europa auf? Und wie teuer sind sie im Vergleich zu herkömmlichen Fonds der identischen Kategorie? 

Über den Autor Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.