Ausblick Swatch: Jahresumsatz von 7,75 Milliarden Franken erwartet

Biel (awp) - Der Uhrenhersteller Swatch wird voraussichtlich in den kommenden Tagen die Zahlen zum Geschäftsjahr 2022 veröffentlichen. Zum AWP-Konsens haben bisher 13 Analysten beigetragen.

awp 23.01.2023
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SwatchSchweizer Uhren waren im vergangenen Jahr rund um den Globus gefragt. Davon hat auch die Swatch Group profitiert. Einzelne Analysten gehen sogar davon aus, dass der Konzern die Umsatzmarke von 8 Milliarden Franken geknackt hat. Ein Niveau das zuletzt 2014 übertroffen wurde. Derzeit läuft nicht nur das Geschäft mit der Vorzeigemarke Omega sehr gut. Auch andere Marken wie etwa Swatch mit der heissbegehrten "Moonswatch" können am Markt punkten.

Der Erfolg von Swatch wurde zuletzt von der starken Entwicklung in den USA getragen. Zudem erholte sich das Geschäft in Europa und auch in Japan weiter vom Corona-Einbruch. Im wichtigen chinesischen Markt hingegen blieben die Absätze aufgrund der strengen Corona-Politik unter Druck. Zum Halbjahr hatte dies die Gruppe rund 400 Millionen Franken an Umsatz gekostet.

Analysten fragen sich mit Blick in die Zukunft, wie rasch sich das Geschäft in China vom Corona-Dämpfer erholt. Peking hatte vor einigen Wochen die Null-Covid-Strategie aufgegeben. Seither klettern aber die Infektions- und Todeszahlen in die Höhe. Vor Ausbruch der weltweiten Pandemie hatte Swatch beinahe 40 Prozent des Umsatzes in China erzielt.

Ein Thema sind seit längerem Preiserhöhungen. Vorgeprescht ist da der Branchenprimus Rolex, der in den vergangenen Monaten mehrere Preisanpassungen durchgeführt hat. Auch von Omega ist bekannt, dass die Preise erhöht worden sind. Analysten gehen davon aus, dass eine weitere Preisrunde kurz bevorsteht. Damit wollen Uhrenhersteller dem Kostenanstieg entgegentreten.

ZIELE: Anlässlich der Publikation der Halbjahreszahlen Mitte Juli hatte Swatch fürs Gesamtjahr mit einem zweistelligen Umsatzwachstum in Lokalwährungen gerechnet. Fürs zweite Semester prognostizierte der Konzern "äusserst positive" Wachstumsaussichten in allen Preissegmenten. Regional werde das stärkste Wachstum in Amerika, Asien und Festlandchina erwartet, hiess es. 

PRO MEMORIA: In der ersten Jahreshälfte 2022 hat die Swatch Group den Umsatz um 7,4 Prozent auf 3,61 Milliarden Franken gesteigert. Und das obwohl in China, wo Swatch normalerweise um die 40 Prozent seiner Verkäufe abwickelt, die Nachfrage nach Uhren und Schmuck im April und Mai wegen Corona-Lockdowns komplett eingebrochen war. Dies hatte Swatch insgesamt rund 400 Millionen Franken an Umsatz gekostet.

Der Betriebsgewinn EBIT kletterte in den ersten sechs Monaten um ein Viertel auf 503 Millionen Franken. Die entsprechende Marge kam bei 13,9 Prozent nach 11,9 Prozent im Vorjahr zu liegen. Unter dem Strich stieg der Gewinn auf 320 Millionen Franken nach zuvor 270 Millionen.

Die Schweizer Uhrenhersteller reiten im Jahr 2022 auf einer Erfolgswelle. Die Branche hat in Franken gemessen so viele Uhren wie noch nie ins Ausland exportiert. Die Uhrenexporte knackten den Rekord aus dem Jahr 2021 bereits nach elf Monaten: Sie kletterten um 12 Prozent auf 22,8 Milliarden Franken. Die Zahlen fürs Gesamtjahr werden am 24. Januar kommuniziert.

Sehr gut lief das Geschäft mit teuren Uhren, wo die Swatch Gruppe mit Marken wie Omega, Blancpain oder Bréguet vertreten ist. Aber auch das "günstigste" Segment konnte gemessen an den Exporten überzeugen, was Experten auf den Vollerfolg der "Moonswatch" zurückführen. Für die Swatch-Uhr im Kleid der Omega-Kultuhr "Moonwatch" stehen die Menschen seit ihrer Lancierung im März 2022 Schlange. Das Problem: Man weiss nie, wann und wo, welche "Moonswatch"-Modelle erhältlich sind.

AKTIENKURS: An der Börse haben die Inhabertitel der Swatch Group in der zweiten Jahreshälfte 2022 viel an verlorenem Terrain wieder gutgemacht. Vergangenen Sommer kosteten die Papiere noch um die 225 Franken das Stück und bis zum Jahresende rückten sie bis auf gut 260 Franken vor. Nach dem sehr guten Start ins 2023 gelang zuletzt mit der Aussicht auf eine Erholung des Geschäfts in China sogar der Sprung über die 300er-Marke.

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