Partners Group verkauft wieder mehr

Der Vermögensverwalter Partners Group hat im ersten Halbjahr wieder mehr eingenommen und verdient als im Vorjahr. Im Vorjahr war es noch zu einem Ergebniseinbruch gekommen.

awp 05.09.2023
Facebook Twitter LinkedIn

Partners groupDie Erträge legten in den ersten sechs Monaten 2023 um 19 Prozent auf 1,05 Milliarden Franken zu. Das lag vor allem an einer Erholung bei den Performance Fees nach dem markanten Rückgang im Vorjahreszeitraum, wie aus einer Mitteilung vom Dienstag hervorgeht.

Die Einnahmen aus den erfolgsabhängigen Gebühren haben sich fast vervierfacht auf 265 Millionen nach 72 Millionen im ersten Semester 2022. Damit machten sie ein Viertel der Gesamterträge aus.

Wieder mehr gewinnbringende Exits


Auch für das Gesamtjahr 2023 geht die Gesellschaft davon aus, dass der Beitrag der performanceabhängigen Gebühren im Rahmen des mittelfristigen Ziels zwischen 20 und 30 Prozent liegen wird.

Die zwei Jahre zuvor waren diesbezüglich Ausnahmen: 2022 erreichten die Performance Fees lediglich 14 Prozent der Gesamteinnahmen, nachdem der Anteil 2021 noch bei überdurchschnittlichen 46 Prozent gelegen hatte.

Das Management hatte für 2023 bereits eine Normalisierung in Aussicht gestellt. Eine eingetrübte Marktlage und eine hohe Volatilität an den Finanzmärkten hatten im vergangenen Jahr zu einem Rückgang sowohl der Investitionen als auch der Veräusserungen geführt.

Starker Franken


Die restlichen Einnahmen aus den fixen Managementgebühren beliefen sich im ersten Halbjahr 2023 auf 786 Millionen Franken (-3 Prozent). Die verwalteten Vermögen waren im ersten Halbjahr zwar weiter angestiegen. Ende Juni verwaltete der Zuger Asset Manager 142 Milliarden US-Dollar nach 135 Milliarden Ende 2022 und 131 Milliarden Ende Juni 2022, wie bereits seit Mitte Juli bekannt ist.

Allerdings fielen die so genannten Late Management Fees tiefer aus. Solche ergeben sich, wenn ein Kunde in einen Fonds investiert, bei dem die Fundraising-Periode bereits früher gestartet hat. Er muss dann Gebühren nachzahlen. Es gab aber im Berichtszeitraum keine "Closings" grosser Programme, wo das dann signifikant der Fall gewesen wäre.

Zudem hatte auch der Anstieg des Frankens sowohl zum Dollar als auch zum Euro einen Einfluss auf die Höhe der Managementgebühren, wie es hiess.

Fast 1900 Mitarbeiter


Wenn es mehr gewinnbringende Verkäufe von Beteiligungen gibt, treibt das aber auch gleichzeitig die Personalkosten an (+37 Prozent). Die variable leistungsabhängige Komponente der Löhne fällt dann höher aus. Das Geschäft von Partners Group ist sehr personalintensiv, und die Personalkosten machen einen Grossteil der Gesamtkosten aus (83 Prozent).

Die Mitarbeiterzahl ist derweil weiter angestiegen: Ende Juni beschäftigte die auf Privatmarktanlagen spezialisierte Gesellschaft in Vollzeitstellen gerechnet 1877 Menschen. Ausserdem wurde weiteres Geld in Technologie gesteckt.

STICHWÖRTER
Facebook Twitter LinkedIn

Über den Autor

awp  versorgt Morningstar mit einer laufend aktualisierten Berichterstattung über das globale Wirtschaftsgeschehen und die Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten. Der Fokus liegt auf Nachrichten zum Schweizer Finanzmarkt, zu Schweizer Unternehmen und zur Schweizer Konjunktur.