Die Morningstar Nachhaltigkeitsindizes in der Übersicht

Wir haben eine Reihe von Nachhaltigkeitsindizes aufgelegt. Einige Informationen zu unseren neuen Marktbarometern.  

Dan Lefkovitz 25.10.2017

Die ESG-Indizes von Morningstar orientieren sich methodisch am Morningstar Sustainability Rating für Fonds (das "Globus-Rating"). Die Indizes werden nach dem sogenannten Best in Class-Ansatz berechnet, bei dem das Research von der Agentur Sustainalytics zum Tragen kommt. Zugleich haben die Indizes aber auch das Ziel, die zugrundeliegenden Märkte möglichst breit abzudecken. Ausgangspunkt für die Berechnung der ESG-Indizes sind dabei die marktbreiten (konventionellen) Morningstar Länder- und Regionen-Indizes.

Die Zusammensetzung der ESG-Indizes stützt sich auf zwei wichtige Inputfaktoren: ESG- Scores und Controversy-Scores. Beiden Faktoren liegt das Unternehmens-Research von Sustainalytics zugrunde, das nach Sektoren aufgebaut ist – die analysierten Unternehmen werden in 42 Industriegruppen gruppiert. Das Research fokussiert sich auf die Bereiche Umwelt (Environment), soziale Faktoren (Social) und Grundsätze der guten Unternehmensführung (Governance). Hinzu kommt ein Controversy-Score, der die Auswirkungen von ESG-bezogenen Vorfällen auf Unternehmen und deren Anteilseigner misst.  

Spagat zwischen Nachhaltigkeits-Erfordernissen und Marktabdeckung

Die Nachhaltigkeitsindizes wählen die am besten bewerteten Unternehmen aus den drei Teilbereichen ("E", "S" und "G") aus und gewichten sie nach Marktkapitalisierung. Die Indizes schließen Unternehmen aus, die von gravierenden Kontroversen betroffen sind. Darüber hinaus gibt es grundsätzliche Ausschlusskriterien. Unternehmen, deren Geschäft auf Tabak und geächteten Waffen basiert, werden grundsätzlich nicht in die Morningstar ESG-Indizes aufgenommen.

Es kommen auch Leitplanken bei der Gewichtung von Aktien zum Tragen. Die Gewichte von Regionen und Sektoren dürfen maximal zwei Prozentpunkte gegenüber der Gewichtung in der jeweiligen Nicht-ESG-Benchmark abweichen. Dazu ein konkretes Beispiel: Wenn Technologiewerte 11% des Gewichts des Nicht-ESG-Index ausmachen, muss das Tech-Exposure beim ESG-Pendant zwischen 9% und 13% liegen. Dies geschieht, um die Risiko/Ertragsabweichung gegenüber dem Gesamtmarkt zu begrenzen. 

Die recht engen Tracking-Error Beschränkungen auf der Sektoren- und Regionenebene hat die Konsequenz, dass sich die Morningstar Sustainability Index-Familie im Design einerseits an den konventionellen Marktindizes ausrichtet. Die Leistungsunterschiede sind also zumeist gering. Allerdings hat dieses Konstruktionsprinzip zur Folge, dass die Aktienauswahl im Gegensatz zur Sektorallokation in der Regel die Out- oder Underperformance gegenüber den herkömmlichen Indizes zum großen Teil bestimmt. 

Für die meisten Indizes haben wir Backtests ab Dezember 2009 auf der Grundlage der Unternehmensratings von Sustainalytics durchgeführt. Die auf Schwellenländer fokussierten Indizes gehen bis Dezember 2011 zurück.

Da das Research von Sustainalytics nicht alle Nebenwerte abdeckt, handelt es sich bei unseren ESG-Indizes um Large- und Mid-Cap-Barometer. Zu beachten ist, dass sich einige Indizes überschneiden. So machen beispielsweise die Komponenten des US-ESG-Index etwa 50% des Morningstar Global Markets Index-Gewichts aus. Die nachfolgende Übersicht zeigt die Morningstar ESG Indizes im Einzelnen.

Grafik: Die Morningstar ESG-Indizes im Überblick

 

 

 

 

Über den Autor

Dan Lefkovitz  Dan Lefkovitz is Content Strategist, Indexes Product Management.